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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 38)
Language
German
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sidium hatte, soweit es sich um die Berliner Wirtschartsarbeit handelt, enge Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiete mit der Volksbank Iwria, und aktive Anteilnahme an der Gründung und dem Ausbau jüdischer Genossenschaftsbanken in deutschen ProyinzstädteiL-alseine der Aufgaben des Kartells, besonders der Alten Herren, in Angriff genommen. Um die Arbeit auf wirtschaftlichem Gebiete mit Aussicht auf Erfolg durchführen zu können, empfehle ich, die Wirtschaftsarbeit des Präsidiums, die in engstem Konnex mit der Berliner Volksbank Iwria vorzunehmen ist, in folgender Weise zu unterstützen: 1. Alle Bundesbrüder werden aufgefordert, soweit es in ihrer Möglichkeit liegt, die Mitgliedschaft bei der Volksbank Iwria zu erwerben, um damit den Arbeitsradius der Bank zu stärken. 2. Soweit flüssige Geldmittel zu ihrer Verfügung stehen, diese als festes oder tägliches Geld der Volksbank Iwria zur Verfügung zu stellen. 3. An der Arbeit der Volksbank Iwria in intensivstem Ausmaße teilzunehmen, für den Ausbau dieser Bank ihr möglichstes zu tun und die Propaganda für die Bank in die gesamte jüdische Oeffentlichkeit hineinzutragen. Zwischen dem Präsidium des K.J.V. und der Volksbank Iwria soll als" Aequivalent für die allgemeine Beteiligung des Gesamt-K.J.V. an dem wirtschaftlichen Ausbau der Bank ein Vertrag abgeschlossen werden, der die Möglichkeit bietet, kreditsuchenden K.J.V.ern zu günstigen Bedingungen Kreditmittel zur Verfügung zu stellen. Die Volksbank Iwria hat für diese Verhandlungen bereits eine Basis vorgeschlagen. Detaillierte Abmachungen müßten von einer besonderen Wirtschaftskommission des K.J.V. zusammen mit Vertretern der Volksbank getroffen werden. Boris Silberl. Wirtschaftliche Selbsthilfe* In den letzten Jahren sind infolge der immer weiter fortschreitenden Zusammenballung von Wirtschafts¬ und Industrie - Unternehmungen die mittleren und Kleinbetriebe immer mehr verschwunden; sie wurden Teile der Konzerne. Ihre bisherigen Besitzer wurden Angestellte,, und die Betriebsgestaltung ihrem Einfluß entzogen. Die Möglichkeiten bürgerlicher Selbständigkeit schwinden mehr und mehr, und so sehen wir den Untergang des Mittelstandes sich allmählich vollenden* Für uns Juden ist dies besonders schlimm, weil wir ja gerade in .dieser Mittelstandschicht stehen und durch ihr Verschwinden unsere ganze wirtschaftliche Existenz in Frage gestellt ist. Deshalb sind wir zur wirtschaftlichen Selbsthilfe gezwungen, die beispielsweise in m der Gründung von Genossenschaften ihren Ausdruck findet. Das Netz von judischen Kreditgenossenschaften, wie es jetzt von der Volksbank Iwria ausgebaut wird, bezweckt insbesondere, die Kapitalkraft jüdischer Unternehmungen zu stützen. Dadurch wird erreicht, daß außer der Erhaltung der Existenz des Einzelnen noch eine große Zahl von jüdischen Angestellten und Arbeitern in Positionen erhalten bleiben, die ihnen infolge des wachsenden Wirtschaftsantisemitismus in nichtjüdischen Klein5- und Mittelbetrieben und selbst in solchen Großunternehmungen, in denen Juden eine maßgebliche Rolle spielen, fast vollkommen verloren gehen. Aehnliches gilt für die jüdischen Gewerbetreibenden. Eine Gruppe selbständiger jüdischer Handwerker hat sich in Berlin zu einer Genossenschaft, der „A rewuth" Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaft für das 126

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