Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Standesorganisationen, Kassen usw. tätig sind. Zuweisung bei etwa notwendigen juristischen Beratungen an Bundesbrüder, die Juristen sind. (Umgekehrt hat Bbr. Katschke uns dasselbe zugesagt) Anschluß an alle nicht im K.J.V. organisierten zionistischen Aerzte. Stellungnahme zu der Frage, ob wir untereinander auch gesellschaftlich oder z, B. im Jüdischen Klub oder auch zur Besprechung medizinischer Themen zusammenkommen wollen. Gedacht sind ferner monatliche Benachrichtigungen über Wohnungsänderungen oder sonstige Vorschläge, die auf den genannten Gebieten gemacht werden. Endlich ist auch an die Informierung über solche Fragen der Jüdischen Gemeinde, der deutschen Judenheit und Palästinas gedacht worden, wobei die Referenten entsprechend ihren Kenntnissen auch Nichtbundesbrüder sein können. Kilian Bluhm (VJ.Si. Berlin Ä. H.) Wirtschaftliche Situation der Juden in Deutschland und die Wirtschaftsarbeit des KJ.V. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands hat in der Nachkriegszeit Formen angenommen, die für die in Deutschland lebenden Juden eine ernste Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz bedeuten. Der wirtschaftliche Umwandlungsprozeß hat insbesondere die Schicht des Mittelstandes erfaßt und daher in besonders umfassendem Ausmaße die Juden getroffen. Diese Tatsache wird verschärft durch das Umsichgreifen des wirtschaftlichen Antisemitismus, der sich auf allen Gebieten bemüht, die Juden aus dem Wirtschaftsprozeß auszusdialten. Diese Entwicklung trifft auch in großem Umfange die freien Berufe,, deren Arbeitsgebiete und wirtscrafÜiche Möglichkeiten eingeengt wes&n. Treffen diese Tatsache heute die im Berufsleben stehende Alte-Herrenschaft des K.J.V. besonäars stark, so dst nicht zu verkennen, dbß in dieser Entwicklung ernste Gefäken auch für die jüngere Generation liegen. Die Einreihung der jungen Jfc&ademiker in das Wirtschaftsleben wird einerseits durch das Fehlen eins: materiellen Rückhaltes und andrersaais durch die Verschärfung des Konkurrenzkampfes erschwert. Diese Entwicklung bestätigt die vom Zionismus aufgestellte Bsignose über die besondere Lage der Juden in der Diaspora. Sie erfordert vom K.J.V. eine aktive Einstellung 2n den Wirtschaftsproblemen der Gegenwart. Die bisherigen Erfahrungen auf dem Gebiete der jüdischen Wsüschaftsarbeit in allen Ländern der pdischen Diaspora und speziell dk dreijährigen Erfahrungen der Berlins Volks, ank Iwria beweisen, daß dar beste Weg für die jüdische Abwefrarbeit darin besteht, daß sich der jnßsche Mittelstand in allen seinen Sdüchten eigene wirtschaftliche Institufimen schafft« die es ihm ermöglichen, dieser Wirtschaftsentwicklung duiaa Selbsthilfe der bedrohten Existenzen mit Aussicht auf Erfolg zu begegnen. Die Erfahrungen des ostjüdisden Genossenschaftsnetzes, daß vidfe tausend jüdische Genossenschaftsbanken umfaßt, und die speziellst Erfahrungen der Berliner Volksbaafc Iwria beweisen, daß es möglich ist, in großem Ausmaße durch Zuführung von Kreditmitteln den schwiegen Umschichtungsprozeß, den die Juden heute durchmachen, zu erlehMern. Das Prä- 125