Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Berliner Juden unter statistischen Gesichtspunkten durchzuführen» b) Sozial Statistik. Zurzeit erfolgt eine sehr umfassende Untersuchung über die Tätigkeit des Wohlfahrtsamts. Die Erhebung erstreckt sich auf die Art und den Umfang der von den 24 Wohlfahrtsbezirken der Gemeinde allmonatlich gewährten Unterstützungen. Es ist beabsichtigt, im einzelnen festzustellen, wie die sozialen Verhältnisse jedes Unterstützungsempfängers sind, d. h. zu ermitteln, aus welchen Kreisen sich die Unterstützungsempfänger rekrutieren. Ob mit den außerordentlich bescheidenen Mitteln, die uns für diese riesengroße Arbeit zur Verfügung stehen, brauchbare Resultate erzielt werden können, vermag ich jetzt noch nicht zu übersehen. In den Rahmen der Sozialstatistik gehören auch die monatlichen statistischen Uebersichten, die Herr Adler-Rudel vom Arbeitsamt der Jüdischen Gemeinde anfertigen läßt; sie geben einen Ueberblick über Angebot und Nachfrage des Arbeitsnachweises, über die Tätigkeit der .Durchwanderer - Fürsorge und der Strafentlassenen - Fürsorge. Dieses Material wird auszugsweise gleichfalls in dem Mitteilungsblatt veröffentlicht. c) Schulstatistik. Die Schulstatistik erfaßt Zahl und Bewegung der Schüler in den Schulen der Jüdischen Gemeinde und des Jüdischen Schulvereins im Vergleich zu Zahl und Bewegung der jüdischen Schüler auf den öffentlichen Schulen. Auch hier finden regelmäßig Veröffentlichungen statt. d) Kultusstatistik. Einsegnungen, Trauungen, Beerdigungen' in den Kultusinstitutionen der Gemeinde und der von ihr subventionierten Religionsvereine, Zahl der Gottesdienstbesucher, Zahl der Kos eher-Schlachtungen u. dgL sind Gegenstand der kultusstatistischen Erhebungen» Hier finden gleichfalls Veröffentlichungen statt. e) Eine Verwaltungsstatistik (nicht Medizinalstatistik) des Krankenhauses und der Polikliniken ist in Vorbereitung. Die allgemein, besonders unter zionistischem Aspekt interessantesten Probleme bieten natürlich Bevölkerungs- und Sozialstatistik. Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffer, Umfang der Mischehen, Altersaufbau der jüdischen Bevölkerung sind Fragen von grundlegender Bedeutung, in des Wortes eigentlichstem Sinne Lebensfragen. Zahl und soziale Herkunft der Unterstützungsempfänger, Art der ihnen zuteil gewordenen Unterstützungen lassen wesentliche Schlüsse auf die soziale und bedingte Schlüsse auf die wirtschaftliche Schichtung und Entwicklung der Berliner Juden zu- Eine im Anschluß an eine allgemeine Volks- und Berufszählung vorzunehmende Untersuchung der Berufszugehörigkeit müßte diesen Problemkreis abschließen. Eine derartige Untersuchung ist jedoch nur mit den Mitteln und im Rahmen der allgemeinen Volks- und Berufszählung des Reiches durchzuführen, und zwar in der Art, wie der Nestor der Kommunalstatistik, Heinrich Silbergleit, sie in dem von der Akademie für die Wissenschaft des Judentums herausgegebenen Werk über die BevÖlkerungs- und Benifsverhältnisse der Juden im Deutschen Reich herausgebracht hat. ' - Hubert Polladt. Gründung einer medizinischen Fachgruppe- Bbr, Kilian Bluhm hat ähnlich wie die Juristen die Gründung einer med. Fachgruppe zunächst in Berlin angeregt: 123