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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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Emanzipation erlangt haben, mehr zu nützen wisses. nämlich zur Erhaltung des Judentims in Palästina zu arbeiten« Den jüdischen Chauvinismus bekämpfen auch wir, gestützt auf Martin Buber und Achad Haam, während die Zwecklosigkeit des Zionismus wohl am besten mit seinen bereits erzielten Erialgen zu bekämpfen ist. Ueber die Arft des jüdischen Liberalismus gaben die Disputationen Martin Buber — Heimann Cohen Aufschluß. An einem feesonderen Abend wurde über Parallelen und Gegensätze zwischen Zionismus und Sozialismus gesprochen. Ei ist klar, daß in diesem Zusammenhang auch die Frage des Antisemitismus erörtert werden mußte. Arnold Zweigs „Caliban" kann als das derzeit dankbarste Objekt eines Versuches der Analysierung des Antisemitismus langestellt werden. Er hat als erster den Antisemitismus mit seinen von ihm geschaffenen Begriffen des „Differenzaffektes" und „ZentralitätsaSektes" zu deuten versucht, in denen er von dem „entwertenden Reagieren von Menschengruppen auf Andersgeartete" und fldem Ueberbetonen der Wichtigkeit der eigenen Gruppe" eingehend handelt Es kann nicht Aufgabe dieses kleinen Aufsatz» sein, ausführlich auf dieses Werk einzugehen, wie dieser kurze Bericht überhaupt lediglich anregen soll. Wir haben an den einzelnen Referaten und besonders in den von allen unterstützten, Diskussionen sehr viell gelernt und gesehen, daß gerade na den den Zionismus nicht direkt angehenden Gebieten uns noch manches fehlte. Wir hoffen, daß wir hiennit zu Arbeitsgemeinschaften ähnlichen Inhalts einen sich lohnenden Anlaß gegeben haben. Werner Tuteur, Kadimah F., Bonn. Das Statistische Büro der Jüdischen Gemeinde* Das Statistische Büro der Jüdischen Gemeinde wurde am 1. April 1930 errichtet. Seine Aufgaben sind zwiefacher Natur: es hat erstens des Verwaltung laufend für den Dienstgebrauch interne statistische Daten zu liefern; es hat zweitens eine Reihe von statistischen Fragen allgemeiner Natur zu bearbeiten, die auch für die Oeffentlichkeit von Interesse sind. Räumlach erstreckt sich das Arbeitsfeld unseres Büros zunächst nur auf den Bereich der Jüdischen Gemeinde Berlin bzw. auf die politische Gemeinde Groß-Berlin, zwei ja nicht ganz übereinstimmende Körperschaften. Materiell werden folgende allgemein interessierende Gebiete statistisch erfaßt: a) Demographie. Bisher sind durch das Statistische Büro die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle der Juden Groß-Berlins gezählt worden, und zwar seit dem 1. Juli 1930. Das der Zählung zugrundeliegende Material ist von weitgehendster Genauigkeit und gestattet eine Ausgliederung unter den mannigfachsten Gesichtspunkten; lediglich eine Statistik der Todesursachen konnte bisher aus verschiedenen Gründen nicht durchgeführt werden. Diese Zählungen werden laufend monatlich vorgenommen; ihre Ergebnisse werden vierteljährlich in den Mitteilungsblättern des Statistischen Büros veröffentlicht. Eine Zählung der Berliner jüdischen Bevölkerung konnte bisher aus finanziellen Gründen unsererseits nicht vorgenommen werden. Möglicherweise kommen wir jedoch noch im Laufe dieses Jahres dazu, im Zusammenhang mit anderen« reinen Verwaltungszwecken dienenden Arbeiten eine Bestandsaufnahme der 122

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