Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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tmd anderer edler Konsorten and. Also nach Lord Halifax bestimmt keine Pfuscher. Das Bedauerliche ist dabei, daß viele anders geartete wider Willen zu Piratenstreichen verfuhrt werden, weil sie sich etwa nach Rezept von Lord Halifax als Staatsmänner bewähren wollen. Die Tatsache, daß Leute das im Einzelschicksal verpönte Tun als Maßnahme für die Salus publica gerechtfertigt erscheint, wird von jedem Palytiker der Truppenpsychologie betont, und das Problem beginnt erst, wenn man an die Beseitigung dieses Archaismus denkt. Lord Halifax konstatiert nicht nur, sondern postuliert mit Beim essung eines dauernden Wertes. Wir können nicht wissen, ob man immer die unlauteren Elemente von führenden Staatsstellen wird fernhalten können. Entscheidend wird aber sein, welches die idealen Persönlichkeiten sein werden, wer die bemerkenswerten Vorbilder. Ich glaube, daß nicht die verhärteten Gemüter, sondern mitunter die «guten Herzen in den Kabinetten gefehlt haben, und, wenn ich nur an den Bekämpf er und Beseitiger des Sklavenhandels in Amerika, Abraham Lincoln, denke, wünschte ich, daß wir viele solche Pfuscher als Staatsregenten hätten. Selbstverständlich 'halfen Lincoln gute Truppen und wirtschaftlicher Eigennutz der Nordstaaten, aber sein gute© Herz hat ihn doch nicht zur Unfähigkeit verurteilt und darauf kommt es hier an. Wenn man f überhaupt der „Pfuscher'arbeit der fortschrittlichen Staatsleute nachgeht, wird man gewiß über die vielen „guten Herzen" entsetzt sein. Wir besonders dürfen nicht vergessen, daß unsere Bewegung einst von einem solchen notorischen Pfuscher, Theodor Herzi, ins Leben gerufen wurde. Iroin Fisher (Dortmund) A.H. Sport V. J. St. EL Propaganda. In dem vorletzten Heft des „J,St." erschien aus Hitlers Buch „Mein Kampf" ein Abschnitt über „Propaganda**, von dem die Redaktion in ihrer Vorbemerkung behauptete, daß wir auch für unsere Propaganda manches daraus lernen können. In seinem Buche „Die Weltrevolution" (das den Bundesbrüdern nicht genug empfohlen werden kann), macht M a s a r y k einige Bemerkungen über dasselbe Thema; aus diesen wenigen Sätzen, die so ziemlich das Gegenteil der Hitlerschen Ausführungen enthalten, kann unsere Propaganda m. E. viel mehr lernen — allerdings ist diese Methode weniger „populär", worauf ja in manchen' zionistischen Kreisen der Hauptwert gelegt wird. Immerhin sollte uns zu denken geben, daß die hier empfohlene, doch auch nicht ohne Erfolg angewandte Methode von einem überzeugten Freunde unserer Sache stammt, was man von Hitler gerade nicht behaupten kann .... Aus der Psychologie der Propaganda ist eine Lehre wichtig: Man denke nicht, daß sich die Menschen für ein politisches Programm gewinnen lassen, wenn man dieses nur vor allem energisch und begeistert verkündet und die einzelnen Punkte hervorhebt — es geht darum, die Menschen für »unsere Sache beliebig wodurch und auch indirekt zu interessieren. Man spreche von Kunst, von Literatur usw., von dem, was den anderen interessiert, und man wird ihn gewinnen; durch politische Agitation werden denkende Menschen oft verscheucht oder bleiben unbekehrt. Oft genügt ein einziger Satz, der bei guter Gelegenheit hingeworfen wird; überhaupt hüte man sich, namentlich in Privatgesprächen, 119