Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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gegeneinander. Wir sind geschichtet und doch Einheit, postalierte Einheit. Das muß sich in unserer Erziehung auswirken. Als stärkstes Jugend- und Lebenserlebnis muß es eingehen in unser Volk-Sein, dann werden wir auch eine besondere Lebensgestaltung in unserem Volke haben. So bildet bei Wolf alles Einheit. Der Differenzierungsprozeß kann erst später beginnen* Zuerst die allgemeine Arbeit. Wir müssen Schritt für Schritt gehen, keine allgemeinen Forderungen stellen, die dann einzelne nicht erfüllen können» Andererseits aber dürfen wir die Leute nicht einschlafen lassen, sondern müssen sie immer wieder von neuem aufwecken mit wirklichen Forderungen. Es muß erreicht werden, daß Jedes Jahr eine Reihe von Bundesbrüdern nach Palästina geht und dort bleibt, ebenso unsere Menschen, die die Mittel haben. Das ist der schwerste Vorwurf unserer palästinensischen Bundesbrüder, daß sie kein Geld für ihre Unternehmungen bekommen. Aber toter Seelen kann man nicht beleben. Das Projekt soll nicht etwa den einzelnen seine Alijah abnehmen, sondern ein Symbol und Ausdruck des Kartells sein, beileibe nicht sein Inhalt. Die Schwierigkeiten sind zweierlei. Ein erfülltes* Leben ist nur ein chaluzsches. Chaluz sein heißt Pionier sein, je nach seinen Fähigkeiten. Man erliegt aber, wenn man auf seine Aufgabe nicht »vorbereitet ist. Nur das Heroische, das sich durchsetzt, wird bezahlt. Erfolgsgarantien, kann es nicht geben und wird es nicht geben. Wir müssen Pionier-Elemente haben und solchen müssen wir einzeln beim Aufbau einer Existens m Palästina helfen. In diesem Sinne müssen wir zwei Forderungen erleben: Durchbildung unserer Bundesbrüder, daß sie imstande sind, das zionistische Primärerlebnis zu übermitteln und daß lebendig wird das Gefühl für den Aufbau in Palästina. Es kommt heute auf jeden an, denn die Spannkraft des Zionisten nimmt dauernd ab. .... Moses Nußbaum (Breslau) " " Es ist kleinlich, zu debattieren, ob man den J.St. philosophisch sondiert oder nicht. Man hätte einfach nicht Bemerkungen über Mageres einschicken sollen oder einen Gegenartikel schreiben. Wir haben noch nie ein solches Palästinabedürfnis gehabt wie heute. Man soll hebraisieren, aber vom Inhalt aus und nicht von der Form, oder wie Bialik gesagt hat: Wer das Judentum in der übersetzten Form kennt, das ist genau so, wie" wenn jemand ein Mädchen durch ein Taschentuch küßt. Mit gutem WiHen wird alles gehen. Es sprach noch Hirschberg und dann Hans Anton Wo 1 ff ein kurzes Schlußwort und betont, man könne diese Diskussion nicht einheitlich abschließen, weil man sich nicht einig war. Nach dem Bericht der Mandatsprüfungskommission beantragt Bbr. Unna Decharge. Diese wird erteilt. Hierauf wird einstimmig zum Präsident des neuen Kartells Egon Rosenberg gewählt. Dann wird die von ihm für das Präsidium vorgeschlagene Liste angenommen; sie lautet: Vizepräsident Heinz Gerlinz; Franz Brüll, Chitzes, Theo Epstein, Paul Hirsch, Walter Katschke, Hans Klee, Obstfeld, Spiewkowski, Hermann Tumbowsky und Hans Anton WoliL * .„ Hierauf wird nach einer kurzen Ansprache die Sonntagssitzung geschlossen«