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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Das Referat Wolff's war die Darlegung der Möglichkeit praktischer Arbeit, Wir sollen uns nicht an Schlagwörtern berauschen. Der Appell aliein macht es nicht. Die Debatte über Palästinaentscheidung ist so alt, wie das K.J.V. Sie resultiert aus unserer spezifischen Frage. Bedingungslose Palästinaverwirklichung ist in unserer sozialen Stellung unmöglich. Verzicht ist ebenso unmöglich. Wenn wir unsere Bundesbrüder zu Zionisten erziehen, die überall ihren Mann stehen, gehen die Leute selbst hinüber, wenn es geht. Zur Lage der Verbindungen zwischen Berlin und Reich. Die Verbindungen im Reich fühlen sich zurückgesetzt. Nirgends gibt es soviele nicht angekommener Briefe. Franz Brüll hat die Aufgabe, den schriftlichen Konnex zu heben. Wir wollen mit einem Vertrauensmann in jeder Verbindung Konnex halten. Das Kartell muß auch durch das Korrespondenzblatt enger zusammengeschlossen werden. Wir zersplittern zuerst. Alle müssen sich gleichzeitig nach einem bestimmten Plan einsetzen. Ich habe früher gesagt: Politik interessiert uns nicht so sehr. Dieser Ansicht bin ich noch- Aber wir müssen doch hineingehen und anders dort arbeiten* Wir wollen nichts als das Kartell zu einem Faktor im Zionismus. Der. deutsche Zionismus soll durch unsere Arbeit einen dauernden Vorteil haben. Schloß: Zur Arbeit des J.St. noch einige Worte. Keine J.St.-Nummer war ohne Proteste, aber das war gut, Der'J.St. sollte Reibungsflächen und Kontroverse schaffen. Die Kritik war Beweis für seine ■ Güte. In einer Rubrik „Bemerkungen" sollten gerade die jüngeren Bundesbrüder ihre Gedanken zum Ausdruck bringen. Davon bin ich allerdings enttäuscht. Statt zu entgegnen hat man protestiert. Der Redakteur kann den J.St nicht allein schreiben, es fehlt an.Mitarbeitern» Ich habe bei der kurzen Form, die ich bevorzugte, auf Wesentliche» nicht verzichtet, auch die Aphorismen gehören dazu, sie schaffen Polemik. Ich habe einen politischen Standpunkt und behalte ihn. Meinen politischen Freunden habe ich viel gestrichen, aber bei meinen Gegnern nichts. Chitzes hat über die Stränge geschlagen, aber im internen Organ wollte ich nicht» ▼erbieten. Ich hoffe, daß der neue Redakteur sich nicht aus der Ruhe bringen läßt. Freiheit für den Redakteurl Hans Klee (Berlin): Wir dürfen den Rat von Justus Schloß nicht befolgen. Chitzes ist nicht mehr so jung, um sich solche Entgleisungen-zu gestatten. Der Mann, der in diesem Artikel angegriffen wurde, ist nicht nur Rabbiner, sondern auch Führer einer großen pro-zionistischen, Partei. Wenn man schon polemisiert, so in einem Ton, der uns die Menschen nicht zu Feinden macht. Was von Wolff in der Aktiventagung gesagt wurde, geschah aus Verantwortungsgefühl vor den jungen Bundesbrüdern, die hinter uns stehen. Sehr wichtig ist für uns die Außenarbeit des Kartells. Wir müssen in engeren Kontakt mit den zionistisch-studentischen Verbindungen außerhalb Deutschlands kommen. Die bisherigen Ansätze reichen nicht aus, es muß heute mehr geschehen. Der Makkabi soll uns in diesem Sinne ein Musterbeispiel sein. Turner und Studenten sind die Schrittmacher der Nation. Es wäre sehr wichtig, wegen unserer Hebräisierung ostj3dische Studenten inunseren Kreis hineinzuziehen. 104

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