Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Organisierung der Altherrenbünde hat nur Berechtigung, wenn es besser wird als früher. Es ist Aufgabe der Altherrenbünde, die Kontrolle zu behalten, aber einen Kreis von zionistisch Interessierten stetig zu erweitern. Das zweite ist die Organisierung der Bezirksverbände, die heute zum größten Teil nicht existieren und nicht arbeiten. Die großen Verbände müssen in kleinere Untergruppen geteilt, Vertrauensmänner müssen in den einzelnen Orten bestimmt werden, die die zionistische Arbeit unter den Alten Herren zu organisieren und. auch Aktive,- die in den Ferien in der Heimat sind, zu wichtigen Arbeiten heranzuziehen haben. Der Altherrentag sollte eine ständige Einrichtung werden. Es hat sich gezeigt, daß er notwendig ist und eine Menge Anregungen für die Arbeit gibt und man sich über aktuelle Fragen aussprechen kann. Im letzten „J.St." stand etwas über sich bildende Fachgruppen, und ich glaube, daß solche Gruppen, sich für alle Berufszweige bilden müßten. Dies ist eine wichtige Funktion für das K-J.V.er-Leben. Die Situation verlangt mehr denn je gegenseitige Hilfe. Für das Berufsressort gibt es noch keine systematische Arbeit. Es ist notwendig, hierfür gewisse Richtlinien zu geben. ' Auch die Finanzierung ist zu regeln, um Bundesbriider zu helfen, die es brauchen. Wir haben z. B. einen kranken Bundesbruder, für den Geld zur Erholung zur Verfügung gestellt werden muß; wenn wir dieses Geld nicht aufbringen, ist ihm nicht zu helfen; das K.J.V. ist verpflichtet, hier einzugreifen. Wir brauchen für derartige Zwecke einen Hilfsfonds, der aus einem fünften Quartalsbeitrag gebildet werden müßte. . ' . Die Frage der Genossenschaft ist gescheitert. Oh es möglich ist, hier v weiterzukommen, ist fraglich. Man verlangt zu große Sicherungen, Dies ist eine Angelegenheit für die Altherrenarbeit. Es ist die Aufgabe der Altherrenschaft, stets Verständnis ftur die Sorgen, und Interessen der Aktivitas zu haben. Diese geht ihre eigenen Wege; aber man muß sich trotzdem bemühen, Verständnis zu zeigen und sie zu fördern. Im Zusammenhang mit der Aktivitas kann der Einzelne seine zionistische Frische erhalten und in seiner eigenen Arbeit gefordert werden. Er kann andererseits mit warnender Stimme eingreifen, wenn er sieht, daß ein falscher Weg von der Jugend gegangen wird» Das K.J.V. ist nach Ansicht vieler der Sammelpunkt der zionistischen Akademiker. Es umfaßt 2000 Menschen (!), aber was nützt das, wenn man sich nicht auf sie verlassen kann, wenn man sie ruft. Es gibt heute objektive Gradmesser zionistischer Pflichterfüllung: zionistische Organisation und Keren Hajessod, beides, wie wohl jeder weiß, Minimalforderungen, die aber auch von sehr vielen nicht erfüllt werden. Dies muß man in den Mittelpunkt der Altherrenschaft stellen und dies ist der Gradmesser für die zionistische Pflicht. Man kann nicht an zionistische Arbeit gehen, wenn man in der Erfüllung seiner K.-H.-Pflicht kein reines Gewissen hat. Kein zionistischer Mitarbeiter hat Erfolg, wenn er in diesem Punkte versagt. Die Teilnahme anzionistischer Arbeit und Ortsgruppen-Arbeit muß auf den Schultern des K.J.V. ruhen. Dies ist ein Punkt, wo wir eine Volksarbeit leisten können. Wir tollten an die Arbeit gehen, damit die Arbeit in den Ortsgruppen verstärkt wird. Es wird ein Antrag unterbreitet werden, daß es Pflicht jedes Bundes- 102