Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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fassender Arbeit zu organisieren. Die politische Situation spielt nicht mehr die Rolle wie voriges Jahr. Auch dies ist ein Beweis für ein lebendigeres Zusammengehörigkeitsgefühl des Altherrentums. Ein Gradmesser des zionistischen Pflichtgefühls ist die Leistung für die Organisation und ihre Grundleistung ist die Erfüllung 'der K.H.-Pflicht. Wir müssen alle Bundesbrüder erfassen. Wir können dabei allerdings nicht mit Polizeimaßnahmen vorgehen, sondern durch persönliche Aussprache. Es muß gelingen, alle Bundesbrüder zur Erfüllung ihrer K-H.-Pflicht heranzuziehen. Es ist zu beschämend, wenn das K. J.V. diese Grundpflicht nicht in seiner ganzen Bedeutung erkennt. Es gibt Bundesbrüder, die glauben, sich mit ganz kleinen Spenden dieser Verpflichtung gegenüber loskaufen zu können. Dieses Verhalten bringt uns großen Schaden. Wir möchten hierbei nicht das Ehrenratsverfahren anwenden, das monatelang sich hinzieht. Wir machen den Vorschlag, daß gegen diejenigen Bundesbrüder, die nicht KJEL zahlen oder ohne zwingende Gründe nicht . zahlen können, im Verwaltungsverfahren entschieden wird, daß man diese Leute nicht länger als Bundesbrüder anerkennt. Ich möchte vorschlagen, daß das Präsidium berechtigt sein soll, sie auf dem Verwaltungswege aus den Listen zu streichen. Bis zum vorigen K.T. war es schwer, den „J.St." zu lesen, so langweilig, war er. Man verlangte nach einem lebendigen Organ. Es ist der Redaktion gelungen, eine grundliche Aenderung herbeizuführen. Heute ist der „J.St." ein interessantes Organ, das das Leben des Kartells: wiederspiegelt. Es ist natürlich möglich, daß man an der politischen Einstellung des „J.St." etwas kritisieren kann, aber man kann von einem Redakteur, der eine gewisse politische Einstellung hat, nicht verlangen, daß er diese ganz versteckt. Dieses muß selbstverständlich auch in dem Organ, das er redigiert, zum Ausdruck kommen. Blumenfeld sagte auf dem letzten K.T., daß das Kartell so sein müsse, um auch ein Partei-Präsidium ertragen zu können. Und so müssen wir auch das Vertrauen zu dem Redakteur unseres Organs haben. Es besteht die Möglichkeit für jeden von uns, im „J.St." zu schreiben und seine Meinung frei zum Ausdruck zü bringen. . Ein weniger konstantes Bild zeigt die Finanzlage. Bis vor einem halben Jahr haben wir die Wirtschaftskrise nicht gemerkt. Es stand uns immer das notwendige Geld zur Verfügung. Seit einiger Zeit hat sich die Finanzlage sehr verschlechtert und ist heute eine gespannte. Wir können vieles, nicht durchführen, weil uns' die Mittel fehlen. Der Versuch einer wirtschaftlichen Kreditgenossenschaft in Verbindung mit der Volksbank Iwria* ist abgelehnt worden. Es müssen aber Mittel für dringende Fälle zur Verfügung stehen. Es darf z. B. nicht passieren, daß jüngere Bundesbrüder ihr Studium aus Geld* mangel nicht zu Ende führen können. Für solche und ähnliche Dinge müssen dauernd Mittel zur Verfügung stehen. Man muß davon abkommen, diese Mittel ad hoc aufzubringen. Es ist notwendig, .die Beiträge um 10 Prozent für diese Zwecke zu erhöhen. Und es wird Aufgabe des Präsidiums sein, dies im nächsten 'Jahre durchzuführen. * . v Das Ergebnis des Werberessorts war besser als im vergangenen Jahre. Unsere Werbung fand ausschließlich bei Zionisten statt. . Es wird kaum möglich sein, mit unserem Programm Nichtzionisten sogleich unizustimmen. Es