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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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unsere Pflicht getan und dann ist der deutsche Zionismus und die Bewegung Stuck vorwärts gekommen. Dann begrüßte Bbr. Kurt Blumcnlcld den Kartelitag im Namen der Z.V.LD, Liebe Bundesbrüder! Ich freue mich sehr, hier am Karteütage teilzunehmen und mit Euch feststellen zu können, wie sich unser Kartell entwickelt hat. Es ist acht oder neun Jahre her, daQ ich in die zionistische Debatte den Begriff der objektiven Judenfrage eingeführt habe. Jede neue Erkenntnis trägt die Gefahr in sich, Schaden anzurichten, wenn sie nicht den Bedürfnissen der zionistischen Bewegung angepaßt wird- Wir erleben es oft, daß man glaubt, der Zionismus sei beweisbar; es gäbe eine erkennbare Zwang^äMfv;keit, daß jeder Jude, der durch unsere Richtung beraten wurde, Ziunist werden müsse. Aber mit der Kausalität ist es so eine Sache. Nicht einmal in der Naturwissenschaft, wo man sogar alle Komponenten kennt, gilt die Kausalität, geschweige denn in der Geschichte, wo doch jedes neue Moment die Erkenntnis verschieben kann. Wir sind am Anfange einer Arbeit, bringen mehr gute Formulierungen mit als überzeugende Fundierung. Am Anfange steht nicht der Aphorismus. Unsere Aufgabe ist Erziehung, Erkenntnisse in unsere Bundesbrüder zu pflanzen durch Belehrungen und Unterweisung. Es ist von großer Bedeutung» das Schicksal des jüdischen Volkes und seine Entwicklung darzustellen. Unsere Bundesbrüder sollen erkennen, daß es keine Situation gibt, die die Juden von selbst in den Zionismus hineindrängt Es müssen vielmehr zusammentreffen eine Bewegung und eine allgemeine Situation, die dies erreicht. Wille und elementare Kraft auch einer einzigartigen Bewegung müssen durch Beiehrung geweckt und gestärkt werden. Selbst in guten Reuen zeigen zionistische Redner eine seltsame Inkonsequenz. Zum Schluß wird immer ein zionistischer Teil aufgepfroft Wir müssen eins wissen: Ehe zionistische Kraft ist nicht abhängig von der politischen und wirtschaftlichen Situation. Wenn das Judentum erst erdrosselt ist, ist es für uns zu spät Gerade vorher muß die Bewegung verwirklicht werden. Man muß wissen: es gibt eine zionistische Entscheidung. Sie soll die treibende Kraft in unserem jüdischen Leben bilden. Doch bei allen Erkenntnissen ist es schwer, in zionistische Wirklichkeit hineinzukommen. Wie unsicher seid Ihr, wie unsicher ist Eure Argumentation, warum Ihr Zia,nisten seid. Danach soll in den Verbindungen gefragt werden. Zum Zionisten muß man geboren sein. Zuerst kommt der Zionismus und dann die Erkenntnis. Das Ziel ist, solche Menschen zu haben, die außerhalb der Taktik ihren Zionismus mit letzter Leidenschaft fühlen. Wir müssen uns fragen: Wie wurde unser Volk und wie konnte seine Politik geführt werden? Und wie sah die Entwicklung großer Völker aus? Wir sind eine einmalige und einzigartige Welt. In uns herrscht ein starker Drang nach radikaler Umformung unseres Lebens als Befriedigung unserer inneren Bedürfnisse. Wir können uns nur dann zufrieden geben, wenn im Kartell dieser Geist herrscht, wenn %vir uns in ihm menschlich ausleben können. Wenn ich Euch als einen Teil der Zionistischen Organisation begrüße, wenn ich immer wieder glaube, daß aus diesem Kreise neue, gute, ehrliche, pflichterfüllte und der Sache mit ganzem Herzen ergebende Menschen hervor-

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