Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Palästinaprojekt wird jeder begrüßen, weil es vielleicht geeignet ist, wirtschaftliche Kräfte nach Palästina zu lenken. Verbindet man aber damit die Vorstellung, als bedürfe das K.J.V. zu seiner Arbeit einer Kollektivaufgabe, so mochte ich mich auch dagegen wenden. Unser Ziel muß es sein, alle Kräfte anzuspannen, um möglichst viele Menschen und auch deren wirtschaftliche Möglichkeiten in die zionistische Gesamtbewegung einmünden zu lassen. Unsere Bundesbrüder sollen Träger der zionistischen Idee und des Palästinaaufbaues überhaupt werden; eine spezifische K.J.V.-Aufgabe kann ich hier nicht sehen, noch bedürfen wir ihrer für unsere Erziehungsaufgabe. Man hat diese Gedankengänge konservativ und positivistisch genannt. Ich glaube, man sollte erst dann revolutionär sein, wenn man zu dem Ergebnis gekommen ist, daß das Bestehende nicht lebensfähig ist. Ich glaube, man kann solange optimistisch sein, wie man in sich selbst und in anderen die Kräfte sieht, die ausreichen, das Notwendige zu tun. Wenn sich unser Kartell nicht durch unrealisierbare Pläne und übertriebene Kritiksucht von dem klaren Weg seiner Arbeit abbringen läßt, dann wird es bestimmt den Platz im deutschen Zionismus und im deutschen Judentum, aber auch in der gesamten nationalen Bewegung einnehmen, den es einnehmen muß. Es gehört dazu nicht viel mehr, als den Verlockungen großartiger Ideologien zu widerstehen und ernst und mutig in einem begrenzten, aber doch großen Rahmen sein Möglichstes zu tun. * Auszug aus dem Protokoll. Das Protokoll ist uns in einzelnen Teilen, insbesondere hinsichtlich der Diskussionsreden, noch völlig unvollständig, vor allem aber so spät zügegangen, daß wir eine Prüfung und Korrektur leider nicht mehr vornehmen konnten, sondern die übersandte Fassung benutzen mußten. Der Kartelltag wurde gegen 10>< Uhr eröffnet. Bbr. Egon Rosenberg begrüßte namens des Präsidiums die Delegierten und anwesenden Bundesbrüder. y Seit Dresden ist ein großer Fortschritt zu bemerken. Bei allen innenpolitischen Differenzen, Wiedererstarken des bundesbrüderlichen Gemeinschaftsgefühls. Dieses Jahr hat das Weißbuch unsere politische Situation erschüttert. Nun ist durch den McDonald-Brief eine neue Interpretation gegeben worden. Wir können ihre politische Tragweite noch nicht erkennen. Es ist von uns abhängig, zu beweisen, daß ein Impuls im jüdischen Volke lebt und daß es Mittel beschaffen kann, die Arbeit fortzusetzen. Entscheidend in solcher Situation außenpolitischer Ereignisse ist ein starker Jischuw für das Land. Die Arbeiter im Lande müssen sich sicher fühlen im Augenblick der Gefahr. Es ist klar, daß in der Beschaffung der Landreserve eine Sicherung geschaffen wurde, wie sie keine Deklaration sichern kann. Wir müssen dankbar anerkennen, daß der K.K.L. das Land gesichert hat. Wenn der K.T. heute dazu führt, Menschen im Kartell heranzubilden und sie zu mobilisieren, und eine große Organisation zu schaffen, dann haben v/ir