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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Stellung innerhalb des deutschen Judentums und des Weltzionismus, der augenblickliche Stand unseres Palästinawerks. Vor uns steht wie immer eine durchaus eindeutige Aufgabe: Die Erfassung von jungen Menschen (und zwar im wesentlichen von Studenten zum Zionismus), nach ihrer Erfassung ihrer Erziehung für Palästina und — soweit sich dies als unmöglich erweist — zu zuverlässigen Zionisten im Galuth. Die Form der Verbindung in ihrer spezifischen Ausprägung als Mittelding zwischen Hochschulgruppe und Korporation bedingte den „Männerbund" aufgebaut nach Stufen und gegründet auf Disziplin und Bundesbrüderlichkeit. Der natürliche Inhalt dieser. Form ist zionistisches Wissen, jüdisches Wissen, hebräiscn. Die Gesamtvorstellung: Die Entscheidung zum Zionismus und die dauernde zionistische Leistung ist nur möglich auf Grund wohlfundierter Kenntnisse des Zionismus und der jüdischen Kulturgüter (Geschichte und hebräisch) durch. Verknüpfung mit der nationalen Bewegung und mit Palästina (zionistische Tagesarbeit, Palästinakunde, hebräisch). Darüber hinaus bedarf es u. a. infolge unserer Herkunft aus der Assimilation starker menschlicher Bindung; denn nur, wenn es uns gelingt, ein Kollektivbewußtsein zu schaffen, werden wir für die Dauer unseres Lebens die Kräfte freimachen, die dazu nötig sind, sich zionistisch zu bewahren. So kommt Charakterbildung, Bundesbrüderlichkeit als Aufgabe hinzu. Unsere Erfahrung und die Beurteilung unserer Menschen zeigt uns, daß wir so die Sicherheit haben, Zionisten zu werden (sind doch die meisten von uns in diesem K.E.V. auf diesem Wege Zionisten geworden), und immer wieder neue Menschen in unseren Kreis hineinzuziehen. Dies alles kann aber nur gelinger wenn die jeweilig Verantwortlichen ihre ganze Kraft und Energie in die Verbindungsarbeit hineinstecken. Dann, aber auch nur dann lohnt der Aufwand. Geht man, wie es manche von uns heute tun, an diese Arbeit mit dem Gefühl heran, daß man nicht hundertprozentig wertvolle Arbeitet leistet, nimmt man einen geselligen Abend in der Verbindung, eine persönliche Aussprache mit einem nicht gefestigten Bundesbruder nicht ebenso ernst wie etwa einen Besuch für den Keren Hajessod, dann allerdings ist unsere ganze Arbeit in Frage gestellt, und vor allem wird dann immer der Erfolg ausbleiben, werden Bundesbrüder nie das Semester befriedigt und gefestigt verlassen. Es wurde auf dem Kartelltag gesagt, daß es uns nicht mehr gelingt, Nicht- Monisten für uns zu werben. Ich behaupte, daß dies auf keinen Fall, zumindest für die Provinzverbindungen, stimmt (ich selbst habe eine Zahl von Nichtzionisten gekeilt), darüber hinaus behaupte ich aber, daß man es an der nötigen Kraft hat fehlen lassen und daß wahrscheinlich „die gute Verbindung" gefehlt hat, die so attraktiv ist, daß Menschen eintreten, obwohl sie durchaus noch nicht auf unserem Standpunkt stehen. Woher kommt es aber, daß solche Verbindungen nicht überall bestehen? Der Grund hierfür ist nach meiner Ueberzeugung darin zu suchen, daß unsere Bundesbrüder sich semesterlang den Kopf zerbrechen, woher dieser Mißstand hoinmt, glücklich sind, wenn sie eine Theorie entdeckt haben, die scheinbar «'lies erklärt, anstatt diese ganze Kraft positiv anzusetzen, Kursprogramme aufteilen, Keilbesuche zu machen, kurz alles zu tun, um den vielgeschmähten, ^'erbmdungsbetrieb zu organisieren und durch d -r.i Eins-Uz ihrer ganzen Person ^m bestimmtes Gepräge zu geber. Ich weiß, daß immer, wenn sich Menschen 93

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