Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1931)
- Date
- 1931-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Wirklich fruchtbar war die Unterhaltung des Nachmittags, Es wurde über Schülerbünde gesprochen. Mir scheint, daß sich sehr viele unserer Bundesbrüder, die die Sache vielleicht für ganz gut halten, praktisch noch nicht vorstellen können, wie diese Arbeit aussehen soll. Man wird es ihnen also vormachen müssen. Im weiteren Verlauf des Tages sprach Felix Bergmann über die hebräische Arbeit, bei der die Verwirklichung ja schon einen Schritt weiter ist und die es heute hauptsächlich aufzubauen und sie auch in der Provinz durchzuführen gilt. Der Rest unserer Besprechung wurde mit einer Unterhaltung über die Mädchenarbeit ausgefüllt. Wydra leitete sie mit einem Referat ein, in dem er sehr klar die theoretischen Möglichkeiten, die es für die Endzielsetzung dieser Arbeit gibt, darstellte und zu dem Schluß kam, daß es heute verfrüht wäre, irgendeine Entscheidung über die endgültige Form dieser Arbeit und die Organisation der geschaffenen Mädchenbünde und ihre Stellung zum K.J.V. zu fällen, daß man aber nach den Ergebnissen der bisherigen Arbeit, die durchaus als erfolgreich anzusprechen ist, die Mädchenarbeit bewußt weiter fähren soll, um sich evtl. nach einiger Zeit, wenn man genügend klar sieht, zu entscheiden. Widerspruch gegen die Mädchenarbeit überhaupt erhob sich nur von einem Breslauer Bundesbruder. Jedenfalls ist zu diesem Punkt wohl als ziemlich einhelliger Wille der Aktivitas festzustellen, daß diese Arbeit durchgeführt werden wird, weil wir es als notwendig und aussichtsreich ansehen, aber mit aller Vorsicht, weil wir wissen, daß sie gewisse Gefahren birgt. Bestätigt aber die weitere Entwicklung die bisherigen Erfahrungen, daß es uns gelingen kann, der Schwierigkeiten Herr zu werden, so werden wir sie weiterführen, und wir müssen die Gegner unserer Auffassung im Kartell schon bitten, mit ihren Gegenargumenten herauszukommen und etwas konkreter zu werden. Wir werden uns über jeden sachlichen Einwand ernsthaft auseinandersetzen, denn es liegt uns nichts ferner, als hier in eine für das Kartell gefährliche Sache blind hineinzulaufen. Wenn wir aber unserer täglichen Arbeit gegenüber von der anderen Seite nur ein starres, lediglich von Gefühlen bestimmtes „Nein" hören, das zu begründen man nicht für nötig hält, so werden wir darüber hinweggehen. Gesamturteil über diese Aktiventagung: Sehr viel verschiedene Vorstellungen, sehr vieles noch unklar und ungeklärt, aber« besonders in praktischen Aufgaben eine gewisse Bereitschaft zur Leistung, die vielleicht Ansätze zu einer neuen Entwicklung birgt. ije Zum Kartelltag. Von Fran3 Brüll. Der Kartelltag zeigte bei der Mehrzahl der Aktiven eine überaus skeptische und pessimistische Haltung einerseits, und sehr weitgehende und großartige Pläne für unsere weitere Arbeit andererseits. Ich halte es für fa!cc:i. allgemeine durch Philosophie und Soziologie gewonnene Erkenntnisse nun .vi. unser Kartell zu übertragen und sich krampfhaft zu bemühen, die im .vY/emeinen für richtig gehaltene Entwicklungstendenz in unsere Arbeit inn^«« zu sehen (z. B. „Bewußtseinänderung der europäischen Menschheit"). Ich gehe vielmehr von realen „experimenteller." Faktoren aus, das ist: unser knrte.l. unsere Leistungsfähigkeit, die Gegebenheiten des deutschen Ziomsm-.-, ^n:**