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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Es ist sehr bedauerlich, daß nicht viel mehr Bundesbrüder ar diesem Kartelltag teilgenommen haben, der jedem Einzelnen eine Fülle von Anregungen geboten und in starkem Maße zur Förderung des immer weder gewünschten notwendigen bundesbrüderlichen Konnexes beigetragen hat Besonderer Dank und Anerkennung gebühren der Hamburger Verbindung und. Altherrenschaft, die diesen Kartelltag in so ausgezeichneter Weise virbercitet und organisiert haben. * Die Aktiveiitagung in Hainburg am 28. 2, 1931. Von Heins Gerling (V.J.St. Maccabaea, Berlin). Am Freitag abend trafen wir Aktivenj die zum Kartelltag nach Hamburg gekommen wraren, uns zu einem Neschef im Jugendheim der Gemeinde. Dieser Abend sollte kein großes Programm mit Vorstellungen und Darbietungen haben, er sollte nichts weiter sein, als ein erstes Treffen und Sich-Begrüßen der Bundesbrüder aus den verschiedenen Orten. Dabei wollten wir nur,, daß auch diese „programmlose" Veranstaltung ihren Stempel von dem Willen des Kartells aufgedrückt bekam, sich eine neue Form in enger Anlehnung an das Hebräische zu schaffen. Das ist, glaube ich, gelungen. Wir sangen Eebräische Lieder, Felix Bergmann erzählte uns in hebräischer Sprache von der (G-eschichte der Hamburger Judenheit und dann trug er uns mit Hans Wolff zusammen ein Zwiegespräch vor, das wir Berliner schon von den Mittwochabenden kannten und in dem das K.J.V., sein Hebräisch, der Kommunismus und Bira-Bidschan (man sollte nicht glauben, was man alles zusammenbringen kann) durch den Kakar gezogen wurden. Am Sonnabend vormittag sprach Franz Brüll über die Lage in den Verbindungen. Er stellte die Entwicklung als eine in den letzten Jaicen im allgemeinen gleichbleibende dar, die Probleme der Verbindungen legi. Unterricht, Menschenauswahl und Erziehung sind, wie er aus einer VergMchung der Semesterberichte in den letzten Jahren feststellte, im Grun-de dieselben. Brüll machte auf den einzelnen Gebieten praktische Vorschläge, in da: Tendenz seiner Ausführungen trat er für eine gewisse konservative Grundhaltung ein, das Kartell in seinem Bestand, seinen Erziehungsmethoden und sainen Aufgaben in den Grenzen zu halten, die es in der Vergangenheit haüas. Die anschließende Diskussion, die sich mit dieser prinzipiellen Frage beschäftigen sollte, zerflatterte ziemlich. Sie litt vor allem darunter, daß man riirht wußte, wieviel von diesen Dingen auf der Aktiventagung besprochen weiden sollte, und was auf den Kartelltag gehörte. Man hätte hier ruhig etwas weitherziger sein können. Es hätte der Erziehungsdiskussion auf dem Kartellta* durchaus nichts geschadet, wenn die auch grundsätzlichen Fragen innerhalb <£er Aktivitas etwas mehr geklärt gewesen wären. Es wrar dabei gar nicM nötig, zu einer einheitlichen Haltung der Aktivitas zu kommen. Gewollt utsc lediglich, darüber Klarheit zu schaffen, welche Anschauungen und Richtuig: innerhalb der Aktivitas heute vertreten werden. Ein solches Gesamtbill hatte man nicht. Nur soviel ist zu sagen, daß die konservative Grundhaltung Brüll's auf Widerspruch stieß, insbesondere bei Wydra und Wolff, die aus dsc bisherigen Entwicklung heraus zu neuen Aufgaben und auch Erziehungsmethoden kommen tollten. 91

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