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Der jüdische Student · 1931-03-01 · Heft 3-4 (März 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 3-4 (März 1931)
Date
1931-03-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nach einer Führung in der interessanten Hamburger Altstadt du;e rkundige Bundesbrüder vereinigten wir uns Freitag abends zum N\--,ci. Jugendheim. Diese gut gelungene Veranstaltung mit hebräischen Darbk-^- und gemeir. wem Gesang hebräischer Lieder, in der Art der von th-M liner Verbindungen in diesem Winter durchgeführten hebräischen Mil'v,, Abende, war besonders erfreulich als Zeichen des Willens des jüngeren K •* teils, mit der Hebraisierung ernst zu machen. An der gleichen Stelle fand am Samstag die Aktiventagung sLUt <' durch ihre klaren, sachlichen Referate und eine lebhafte Diskussion \-,<: jeden Bundesbruder Anregungen für die Arbeit des kommenden S^ik-,'., gegeben hat. Spätnachmittags waren wir Gäste des Hamburger Zionistisch-Akadem;-.j- Clubs, der uns in großzügiger Weise in einem Restaurant am Hafen bev.irt* v Der Abend brachte die offizielle Eröffnung des Kartelltages mit einer •.. ' f eindrucksvollen öffentlichen Kundgebung. Mit gespannter Aufmerkst. ' . folgten etwa 500 bis 600 Menschen — die Aula des Heinr.-Hertz-Gymn.iv » war fast überfüllt — Krojankers ausgezeichneten Ausführungen, seiner kL:,- Analyse der politischen Lage in Deutschland, die Gründe für die Erfo'.'e vi. : Nationalsozialisten und der Konsequenzen, die sich für uns Juden d.uv. - ergeben. Am Sonntag begannen die eigentlichen Verhandlungen des Kartcllt.vVi. Besonders bemerkenswert waren dabei Egon Rosenbergs ausführlicher Beric'.! über die Arbeit des Präsidiums, Wolfis Erziehungsreferat und die Aiisf-.;'.:- rungen von Blumenfeld und Egon Marx in der Generaldebatte. Einer der stärksten Eindrücke dieses Kartelltages war jedoch die einmütige Wieder v. .:'•>.! Rosenbergs zum Präsidenten, der minutenlang stürmisch applaudiert wurde Am Abend fand ein Debating Club über die Lösung der Judenfragc st»ü. die nach meiner Ansicht am wenigsten gelungene Veranstaltung. Sie l.:t darunter, daß sie öffentlich vor Gästen stattfand und so ganz unfreiwillig u:.i offenbar unbeabsichtigt eine etwas theatralische Form bekam. Dahinter tr;it»-n zum Teil die guten sachlichen Ausführungen und der eigentliche Sinn d^r Veranstaltung viel zu sehr zurück; Nach den Erfahrungen mit den Debuti:; Clubs, die wir im Winter in unserer Verbindung veranstalteten, besteht mc> «> Erachtens immer die Gefahr, daß das Sachliche, der Inhalt der Aussprach.-, durch die gezwungene Form leidet. So kam auch bei diesem Kartell'*! , Debating Club das Zwingende der zionistischen Lösung der Judenfrage nicht zum Ausdruck, oder litt zum mindesten in erheblichem Maße durch die Matzchen und die ironische Stimmung, die diese Form mit sich bringt. Montag Morgen hielt Elias Auerbach ein sehr klares und aufschlußreiches politisches Referat, an das sich eine meines Erachtens zum großen Teil überflüssige Debatte anschloß; überflüssig deshalb, weil es keinen Sinn hat, d?.ß jüngere Bundesbrüder ihre mehr oder weniger unfundierten und von Realitäten nicht beschwerten Ansichten vor das Forum des Kartells bringen und küh.en. sachlichen Ausführungen, wie denen Auerbachs, gegenüberstellen. Danac^ fand der Kartelltag seinen Abschluß, nachdem unter Blumenfelds tatkräftiger Führung die sämtlichen Resolutionen und Beschlüsse in einer knappen Stunde erledigt wurden. Ein großer Teil der Bundesbrüder unternahm dann noch eine sehr schöne Hafenrundfahrt. 90

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