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Der jüdische Student · 1931-02-01 · Heft 2 (Februar 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 2 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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iollte. Man vergißt diese ungeheure Tatsache und begreift nicht, wie erklärlich die innerliche Krise des Ostjudentums in der Nachkriegszeit war. Vielleicht ist das ein großartiges Verdienst des deutschen Kartells, daß es in dieser Zeit die Prinzipien seiner Erziehung der ostjüdischen Welt nähergebracht hat. Es besteht kein Zweifel, daß diese Generation, die heute zu dem Kreis des baltisch-jüdischen Kartells gehört, und insbesondere die Menschen, die ihre Erziehung im Rigaer „Hechawer" bekommen, mit anderer Kraft ihre zionistische Arbeit leisten können, weil bei ihnen die Ueberwindung der inneren Schwierigkeiten erleichtert wurde durch die Schaffung gewisser, in Deutschland erprobter Formen der Erziehung und des menschlichen Zusammenlebens. Gewiß ging die Entwicklung in einzelnen Korporationen zu stürmisch vor sich und überspitzte vielleicht die Gedanken des Kartells. Der Kreis des Hechawer versucht in seiner fünfjährigen Arbeit, getreu den Prinzipien des deutschen Kartells, die jüdische Jugend Osteuropas zu neuen Führern für die jüdische Freiheitsbewegung zu erziehen. Er will sie zu vollwertigen Staatsbürgern des Staates erziehen, in dem sie leben, zu vollwertigen Mitkämpfern für eine Renaissance des jüdischen Volkes, zu bewußten zionistischen Politikern. Durch Erkenntnis der Nöte des jüdischen Volkes, durch Analyse der unhaltbaren Situation eines jüdischen Einzelnen in der Welt und insbesondere durch Einsicht, daß nur durch die Schaffung eines Staatswesens mit jüdischer Majorität die Judenfrage gelöst werden kann, versucht die zionistische Jugend Osteuropas, die natürliche historische Entwicklung ihres Volkes fortzusetzen. Anträge zum Karielltag Zephirah Breslau Anträge zur Kartell-Ordnung,, § 63 soll lauten: Die Mitgliedschaft einer Verbindung können Akademiker erwerben, die gewillt und imstande sind, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. § 71 Abs. 1 soll lauten: Jeder K.J.Ver, der mindestens sechs Semester aktiv gewesen ist, kann auf sein Gesuch inaktiviert werden. Generaldispens soll nur aus Examensgründen und in Ausnahmefällen gewährt werden. Sonstige Anträge: V.J.St. Zephirah im K.J.V. stellt den Antrag, für das gesamte Kartell ein einheitlich geregeltes OV.C.-Verhältnis zu schaffen. V.J.St. Zephirah im K.JV. fordert eine verstärkte Außenarbeit des Kartells. Insbesondere wünscht sie Zusammenarbeit mit den zionistischen Korporationen des Auslandes und beantragt die Schaffung eines ordentlichen Dezernates hierfür, das von einem Präsidialmitglied verantwortlich geleitet werden soll. * 38

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