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Der jüdische Student · 1931-02-01 · Heft 2 (Februar 1931) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 2 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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Nachdenklichkeiten Staatsgesichäfte sind grausame Geschäfte. Gutherzige Staatsmänner werden imnner Pfuscher bleiben. Lord Halifax. Die meisten Mensdhen haben Ohren, aber nur wenige Verstand. Schmeichle ihren Oihren und — verlaß dich daraulf, du wirst ihren ganzen Verstand haben. Lord Chesterfield. Neun Zehntel aller Menschen fürchten Härte mehr als 'alles andere. Zu nichts verpflichtende Milde ist immer populär, weil sie mehr als alle anderen Eigenschaften der Härte entgegengesetzt ist. Walter Bagehot. Der Glaube, Macht zu haben, schafft oft Macht. Lord Chesterfield. Wer dazu neigt, zu spät 'klug zu werden, ist imstande, zu früh tapifer zu sein. Lord Halifax. Wer über dünnes (Eis läuft, dessen Heil liegt nur in sedner Schnelligkeit. Emersion. Sorge, daß du kriegst, was du willst, sionsit wird man dich zwingen, zu woEen, was du kriegst. Lord Chesterfield. Osteuropa und wir Von Boris S i 1 b e r t I. Die geistige Situation des osteuropäischen Zionismus vor dem Krieg war der sich im Westen anbahnenden Entwicklung entgegengesetzt. Will man die zwar begrenzte, aber im Gesamtbild des osteuropäischen Judentums nicht uninteressante Geschichte der nationalen studentischen Bewegung im Osten darstellen, so muß als wichtigste Tatsache konstatiert werden, daß im Osten die intellektuelle Schicht nie in dem Ausmaße am Zionismus Anteil nahm wie im Westen. Diese Tatsache historisch zu erklären, ist nicht schwierig. Die große, von ungeheurem Enthusiasmus und großer persönlicher Auf Opferungskraft getragene revolutionäre Bewegung in Rußland hatte, vom ersten Tage an, den größten Teil (und den aktivsten!) der jüdischen intellektuellen Schicht mitgerissen. Es genügt, die Namen aller großen Führer der russischen sozialdemokratischen und Sozialrevolutionären Bewegung seit der Entstehung der Narodnitschestwo-Bewegung durchzusehen, um in geradezu merkwürdig großer Zahl jüdische Namen und jüdische Schicksale zu erkennen. Diese Tatsache ist dadurch zu erklären, daß damals die akademische Jugend und auch die jüdisch-akademische Jugend, nach einem konkreten Ziel, nach der Möglichkeit eines persönlichen Eingreifens in die Geschicke der Welt (und Rußland bildete ja eine großartige Welt für sich) gesucht hat, und dies Eintreten war nur dort möglich, wo konkrete Aufgaben und Möglichkeiten vorhanden waren. Diese waren im revolutionären Kampf 34

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