Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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■dlann muß eben weitergearbeitet werden, voraussichtlich noch viele Jahre lang, Ibis der wiorlkIi clh e Enfolig da ist. — Wfie arbeitet man politisch? Hier liegt Auerbachs zweiter Irrtum: Er weiß nicht® von Politik und glaubt eigentlich nicht, daß sie einen Sinn hat. Er sieht 'die praktische Arbeit in Palästina »sowie die Gelds&mmlungsarbeit im Gallith und kontrastiert sie mit einer imaginären Politik, .die im leeren Räume zu schweben scheint. Aber Po'Mtik istt nur die andere Seite der praktischen Arbeit, ihre Vorbereitung ,und Ergänzung. {Alle Politik ist heute Wirtscha'ftspoillitik. Der Rest ist Polizeiarlbeit oder, unter unseren Verhältnissen, jüdischer Selbstschutz.) Wir hatten bislher auch keine Wirtschaftspolitik, weil wir überhaupt keine Politik hatten. — Wie man sich politisch durchsetzt? Indem man die ei'gene politische Konzeption — in unserem Falle die Idee des jüdischen P a 1 ä >s t i n a unter einem p t o z i o n i s t i s c h e n England — immer wieder propagiert, sich nichts davon 'abhandeln läßt, Schritt ifiür Schritt aus dieser Idee die Realität des „Kolonisationsregimes" formt, nicht den Irrweg des vor allen Schwierigkeiten ausweichenden Schein- und Kl'einzionismius wählt; denn dann ist man verloren. Dann ist die Idee getötet, die es durchzusetzen gilt — und dann -ist nichtsmehr durchzusetzien. Diesen Irrweg des unpolitischen, des ausweichenden, des scheinbar klugen und ach! so törichten Verzidht-Zionismus ist die Leitung gegangen — und das Resultat ist, daß der Brith-Sdhail'om-Zionismus bei den europäischen Staatsmännern populär und gegen uns ausgespielt wurde. Wie man das aber im einzelnen macht: den wirklichen Zionismus durchzusetzen, England von der Bedeutung unserer Sache zu überzeugen und schließlich zum prozionistisohen Kolonisa tionsregime zu .gelangen? Wie man das macht — das eben ist die Kunst, und die steht in keinem Lehrbuch .... (Eine Voraussetzung muß da sein: Der Gllaube an die Möglichkeit und der Wäl'le, es zu tun. Hatte Dr. Weizmann diesen Gllauben und diesen Willen? Ist dieser Glaube und Wille da, so müssen die Hände, die das Kunstwerk «gestalten sollen, sich in der Arbeit seihst bewähren. Haben Dr. Weidmanns Hände sichj bewährt? Was konnte die Opposition mehr tun, als durch ihre Kritik ihre Voraussicht zu erweisen? Man lasse sie gewähren — und richte sie nach ihren Taten und Erfolgen, wie sie ihre Vorgänger gerichtet hat. 33