Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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es wirldicb eine in jeder Beziehung jüdische Schöpfung ißt. Gehen wir noch einen Schritt weiter und .fordern wir von jedem K.J.V.er, der in Erez-Israel Anlagen macht, dieselbe Einstellung zur jüdischen Arbeit, die wir auf dem Kartelltag für den Keren Hajessod für nötig halten. Dann braucht man in unserem Kreis in bezug auf diese Frage nicht mehr von Ideal und Wirklichkeit sprechen, sondern man wird etwas? positives getan haben f'ür die Verwirklichung eines- Ideals! iM. Kurz, Hederab. * Diesen Ausführungen war der folgende Brief von Bbr. Kurz beigefügt: „Zum Kartelltag wünsche ich Euch viel 'Glück und Gelingen, Ihr werdet von ferne nicht s>o die Dringlichkeit der Frage der Jüdischen Arbeit verstehen können. Die Orange-Pflücksaison gebt zu Ende — wieder gähnende Leere, keine Arbeit, 'kein Aufbau, Rückschritt, Unrube, Verzweiflungsausbrücbe, Zweifel am Werk und an den Möglichkeiten . . . In derselben Zeit arbeiten die Araber munter weiter, und keine ernste Stimme ertönt, keine helfende Hand regt sich, das Los der produktivsten, nationalsten und liebenswertesten Elemente unserer Sache, der Ghaluzim, zu erleichtern. Da wollen diese kurze Zeilen etwas aufrütteln, Weg weisien, Rücken stärken, anregen zu weiterm Eindringen in diese schwere, dringliche Frage. Lieb wäre mir, wenn der K.-T. einen Antrag annähme, in dem Sinne, daß es die Pflicht eines K,J,V,ers sei, seine Anlagen in Erez-Israel von jüdischen Arbeitskräften ausführen zu lassen. Dias würde m. E. sebr zur Reinigung der Atmospbäre beitragen können. Mir .persönlich geht es ganz gut. Ich bin immer nocb der Kupatb-H'olim- Arzt in Hederab und werde mich sehr freuen, iBundesbrüder bei mir begrüßen und aufnehmen zu können. Also kommt mich recht bald besuchen!" * Hebraisdies Examen Im Jahre 1908 wurde zum ersten Male im Kartell1 die Forderung des Hebräischlernens aufgestellt. Die Erkenntnis, daß eine junge nationale Elitetruppe, die sich die Aufgabe gestellt hat, ihr atomisiertes Volkstum zu erneuern und wiederaufzubauen, zunächst doch die Sprache des Volkes kennen müsse, machte sich damals zum ersten Male geltend. Ein Zwang wurde nicht ausgeübt, der Appell verhallte fast wirkungslos. Einige wenige lernten hebräisch und verlernten es fast ausnahmslos wieder; andere gingen weiter in ihren geistigen Gärten spazieren, in denen nach Geschmack und Neigung sich zu betätigen leichter war, als Unbequemes und Nichtinteressierendes auf sich zu nehmen. Nach dem Kriege wurde das Beschämende dieses Zustandes, der Gegensatz zwischen den lauter gewordenen Proklamationen unseres Wollens einerseits und andererseits der vollkommenen Gleichgültigkeit gegen das, was vernünftiger- und anständigerweise doch unsere erste Aufgabe sein mußte, wieder stark empfunden und im Wintersemester 1922/23 das 14