Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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wichtig und befriedigend. Wir haben allen Grund, diesen Unternehmen mehr zu glauben, als denjenigen Pardessanen, die uns weismachen wollen, daß erat die Verwendung der billigen Arbeitssklaven die Möglichkeit der Beschäftigung jüdischer Arbeiter schaffe. Audh ist nicht zu glauben, «daß jüdische Arbeit zwar möglich sei, aber nur, wenn ein bestimmter Lohnstandard eingehalten werde. In der Tat Hegen die Verhältnisse so, daß der Pardeß «seinen Besitzern die letzten l'O Jahre so fabelhafte Verdienste einbrachte, daß dabei die Ausgabe für Arbeit nur eine ganz untergeordnete Rolle spielt! Die geradezu amerikanisch anmutende Entwicklung der Citruskulturen kommt dann auch zu einem sehr großen Teil auf den Anteil1 der antochthonen Pardeßbesitzer, die ihre großen Ersparnisse dazu verwandten, ein vielfaches des schon vorhandenen 'Besitzes anzulegen. Diese an sich erfreuliche Entwicklung hatte aber auch ihre negative Seite! Denn fast alle übernahmen sich dabei gehörig und sitzen nun ebenso gehörig in der Klemme. Und nun ist auf einmal der jüdische Arbeiter mit seinen unerhörten Lohnforderungen an allem schuld, und man muß wieder den numerus clausus für Juden auf seinen Untern ehmunigen einführen, bei welch' häßlichem Spiel man sich auf das Zauberwort „Rentabilität" beruft! Und was das traurigste an der ganzen Sache ist: in diesen falschen, lügnerischen Kampfruf sehen wir an sich ganz igute Zionisten einstimmen, und der billige Arbeitssklave hält seinen Einzug in Unternehmungen solcher Zionisten, von denen wir es nie erwartet hätten! Diese sind sich dabei gar nicht bewußt, daß sie sich durch solches Verhalten in die Gesellschaft von Leuten begeben, die längst die zionistischen Ideale vergessen und begraben haben, und deren einziges Ideal noch die Rentabilität ist, und daß sie auf der anderen Seite zur Schwächung, Verelendung und Aufhetzung gerade derjenigen Elemente beitragen, die wir als wichtigsten nationalen Aufibaufaktor und Schutzgarde unserer Besitzungen mit allen Mitteln hegen und pflegen soltecu: der jüdischen Chal'uzim und Poalim. Es sind u. a. von deutsch-zionistischer Seite Versuche gemacht worden, dieser Frage auf anständige Weise zu Leibe zu rücken. Iah sehe in den ausschließlich Juden beschäftigenden Pflanzungsgesellschaften einen solchen Versuch, und einen .gelungenen. Die Frage brennt aber gerade für den Privatunternehmer, der nicht in großem Stile anl'egt und so auch nicht so großzügige Ersparnisse erzielen kann, daß der Frage der jüdischen Arbeit ihre Schärfe genommen wid. Das K.J.V. kann nun in diese (für unseren Aufbau wichtigen1 Frage eine entscheidende Erziehungsarbeit leisten. Wir können uns doch nur vorstellen, daß ein K.J.V.er 'aus dem Grunde nach Ereznlsrael gehst, weil ihn der zionistische Betrieb in der Gallith nicht mehr befriedigt, und er sich nach intensiver, produktiver, lebensnaher und innerlich mehr befried;- gender zionisitischer Tätigkeit sehnt. Wir müssen ihm den Weg weisen, auf dem er sich mit Erfolg betätigen kann. Er muß wissen, daß sein Werk einer ernsten Kritik auf ihren nationalen Wert nur dann standhält, wenn 13