Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1931)
- Date
- 1931-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3537599-3537820-3537822--7871-3545920- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
OCR text
sehen Schwierigkeiten überreichen Bewegung so sehr wie Salonzionismus und Paktieren mit dem Galuth. Zu deren Ueberwindung bedarf es gewaltiger Energien des Willens und Charakters. Die können in keinem jungen Menschen ausgelöst werden, dessen Erziehung mit einem Paktieren mit „allzumenschlichen" Schwächen und Neigungen begonnen wird. Harry Srage (V.J.St. Hechawer Riga,) * Um ein Erziehungsprogramm Die Convente der Hatikwah, Köln, und der Kadimah, Bonn, stellen zum Kartelltag einen Antrag auf die Einsetzung einer Kommission, die ein Erziehunigsprogramm ausarbeiten soll, da® als Grundlage für die zionistische und persönliche Erziehung der Aktivita® dienen und da« Erziehungstideal des heutigen Kartells, deutlich machen soll. Die Durchführung dieses Programms im Kartell wird dem Präsidenten übertragen. Wir haben auf dem letzten Kartelltag ein Präsidium gewählt, das Vertreter der verschiedenen Strömungen im Kartell in sich vereinigte. Im Laufe des vergangenen Kartelljahres hat sich gezeigt, daß diese Wahl richtig war: wir haben eine kontinuierliche und die Gesamtinteressen des Kartells fördernde Leitung, die an die Lösung einer ganzen Reihe von alten und neuen Aufgaben herangegangen ist (Schülerbünde, Hebräisch, Müdcihenarbeit, J.St., Ueberweisumgen us;w.). Und auch die Arbeit des Kartells selbst war im großen ganzen befriedigend. Aber trotz allem fehlt uns Klarheit; Klarheit über die Aufgabe des Kartells und jedes einzelnen von uns im Zionismus, wie er sie uns naen den letzten Jahren und für die nächsten Jahre stellt. Gewiß, wir machen Scbülerbünde, machen in manchen Verbindungen die Arbeit in Formen, deren Richtigkeit wir empfinden; aber wir suchen nach einer Formulierung unseres Zieles und des Weges zu ihm, die uns unsere Arbeit bewußter und denen, die noch nicht in dieser Weise arbeiten, ihre Aufgabe deutlich werden läßt. Das ist der Grund für unseren Antrag. Wir wollen kein Programm für die Ewigkeit, wir wollen ebensowenig irgedeine politische Festlegung des Kartells: Wir wollen für unser wieder einmal neu zu formulierendes Ziel alle Kräfte ausnutzen durch den Z w a n g , unsere brennenden Fragen wie Beruf und Zionismus, Alijah, Ziemst und Umwelt, Formen unsere«! Lebens im K.J.V., alles in Allem Fragen der Schaffung ganzer Menschen zu erörtern. Diese Dinge hier im einzelnen auszuführen, ist unmöglich und ja gerade die Au'fgabe der vom Kartelltag zu wählenden Kommission. Daß sie vor keiner anderen Instanz als vor dem Kartelltag verantwortlich sein kann, ist selbstverständlich. Gerade ein Koalitionspräsidium wird eine solche Kommission befürworten und es als seine Sache ansehen, für die Durchführung des Erziehungsprogramms im Kartell zu sorgen. iMax Levy. Heinz Waller. * 11