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Der jüdische Student · 1931-02-01 · Heft 2 (Februar 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 2 (Februar 1931)
Date
1931-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bemerkungen SemesterbericSile Aus räumlichen und zeitlichen 'Gründen war es leider unmöglich, die Sem'esterberichte in diesem J.iSt. zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung wird nachgeholt. Die Delegierten erhalten auf dein KarteMag einen Abzug, * Kollektive oder individuelle Erziehung Die Lage des (Kartells erscheint im Augenblick als 'günstig — so urteilt der, für den die Zahl das Maß aller Dinge ist. In seinem! .Sinne hat er recht: die Verbindungen sind der Zahl ihrer Aktiven nach z. T. sehr stark. Hinzu -kommt noch, daß der iRahmen der Verbindung durch Heranziehung von (Mädchen erweitert oder, wenn man will, (gesprengt wird. Es ist also eine große Miasse von Aktiven da, und sie in kollektivistischem Sinne ziu erziehen, ist nur eine naheliegende Konsequenz, die auch ein jüngeres Präsidialmitglied auf einer Veranstaltung der Berliner Bünde zog. (Beeinflussung in kollektivistischer Richtung soll dazu führen, eine unförmige Masse zu formen' und sie zu einem einheitlichen Ganzen umzugestalten. Die geformte Miasse dann, das „Kollektiv", hat die Fähigkeit, ,,den einzelnen hoch über sich selbst hinauszutragen zu einem Enthusiasmus, zu einem Heroismus, dessen er als einzelner gar nicht fähig wäre", wie Radbruch es formuliert. Wie richtig Radbruch sieht, zeigt am besten das Beispiel der deutschen Studenten, Ihre Verbindunigen, ihre regelmäßigen Massenversammlungen mit den Reden routinierter Demagogen bringen es fertig, einen Enthusiasmus und Heroismus zu wecken, daß die Anhänger dieser Gruppen Schaufenster einschlagen und seihst vor Kapitalverbrechen nicht zurückschrecken. Menschen dazu bringen, Werte zu zerstören und alte Satzungen niederzulegen, das kann das Kollektiv erreichen. Es besitzt vielleicht auch die Kraft, seine Mitglieder zu pünktlichen Beitragszahlungen anzuhalten. Aber vermag es Menschen dahin zu bringen, daß sie aus freiem Willen Sümpfe austrocknen) und Straßen bauen oder wenigstens ihr Leben gegen ein kleines Gehalt der Ausbreitung einer Idee widmen? Das K.J.V. soll seine Aktiven kollektivistisch erziehen? Wjas wird damit erreicht? Den Weg nach Palästina kann der überwiegende Teil nach wie vor nicht finden. Die Voraussetzungen fehlen, denn mit Nationalökonomie, Jura oder Medizin läßt sich eine Uebersiedlüng schwerlich durchführen. Daß man sich allgemein damit abigefunden hat, im' Oaluith zu bleiben, ist weniger die Schuld des Kartells als der Jugendbünde. Sie waren nicht stark genug, die 'Generation, die heute die Aktivitas darstellt, früh genug zu erfassen und in ihrer Berufswahl' zu beeinflussen. Dem Kartell bleibt eine bedeutungsvolle Aufgabe: Führer für die zionistische Bewegung zu erziehen, Männer, die nicht durch den Umfang ihrer Stimme, aber durch die Tiefe ihres) allgemeinen Wissens und die Stärke ihres Zionismus, kurz, durch ihre Persönlichkeit wirken. Nur solche Männer können ernste 6

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