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Der jüdische Student · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 34)
Language
German
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schlössen, etwa 20 Pfund pro Dunam, d. h. also nicht mehr als P£ 400,—» der Kostenpreis liegt also an der unteren Grenze der oben festgestellten Kosten einer rohen, unerschlossenen und unsanierten Getreideparzelle. Jetzt werden die Schlagwörter von Monokultur, gemischter Wirtschaft usw. anrasseln, aber ich kämpfe gar nicht gegen sie. Ich bin auch gegen Monokultur, nicht gegen gemischte Wirtschaft, ich stelle nur als Prinzip auf, daß man aus ökonomischen und anderen Gesichtspunkten nach Möglichkeit anstreben muß, das bewässerbare Land in unsere Hände zu bekommen* In diesem liegt der natürliche Reichtum des Landes. Wenn wir trotz der bisherigen schweren Verworrenheit und mangelnden Zielsetzung bedeutende Teile dieses wichtigsten Gebietes in unsere Hände bekommen haben, so liegt das zunächst daran, daß gerade diese Gebiete bisher am leichtesten zu haben waren, weil die Araber mit ihnen gar nichts anzufangen wußten. Die Quellen sind infolge der türkisch-arabischen Mißwirtschaft größtenteils versumpft, daher sind diese Gebiete lebensgefährliche Malariazonen und ein Aufenthalt in ihnen für längere Zeit für jede Art von Mensch oder Großtier außer für Sumpfbüffel und gewisse Negerarten unbedingt tödlich. Weder der Effendi noch der Fellache konnten die Mittel für ihre Sanierung aufbringen. Dazu kommt, daß nach der Sanierung noch weitere bedeutende Mittel, in erster Linie für Bewässerung, investiert werden müssen, ehe der Boden eine Rente bringt. All das wirkte zusammen, um, ohne Rücksicht auf Türkei oder Balfour-Deklaration, eine realpolitische Lage zu schaffen, die es ermöglichte, uns ohne erhebliche Schwierigkeiten in den Besitz der wichtigsten Teile Palästinas zu setzen. Wenn also hier trotz allem viel geschehen ist, erfreulicherweise so viel, daß wir bereits ein genügend ernster Faktor im Lande sind, so ist leider trotzdem vieles versäumt worden und manche Chance wahrscheinlich auf unabsehbare Zeit verloren. Hierzu gehört unter anderem das Gebiet des Hulehsees und die Umgegend von Beisan. Andere wichtige Positionen, deren Bedeutung erst die Zukunft lehren wird, sind mehr oder weniger unbeabsichtigt in unseren Besitz gekommen. Hierunter gehört unter anderem die Ausnützung der Wasserkräfte des Jordans und des Jarmuks, die zu der Rutenberg-Konzession gehört. Ich halte die gegenwärtige Form der Ausnutzung für ein sinnwidriges Provisorium. In einem so wasserarmen Lande läßt man die wichtigsten Wasservorkommen in den Salztopf des Toten Meeres hineinlaufen, anstatt sie für Bewässerungszwecke zu verwenden, und nutzt einen bescheidenen Teil ihres Gefälles aus, um Elektrizität zu erzeugen, die wiederum hauptsächlich für Pumpen, d. h. Wasserheben, verwendet werden muß. Die Kapazität des Landes hängt nach dem hier Gesagten weit weniger von der verfügbaren Bodenfläche als von dem für Bewässerungszwecke verfügbaren Wasserquantum ab. Das haben außer dem viel geschmähten Henriques leider noch sehr wenige von unseren Offiziellen erkannt. Dabei spielt infolge der Verquickung mit nationalen Ambitionen bei uns die Frage der Wirtschaftlichkeit der Bewässerungsanlagen eine weit kleinere Rolle, als sonst im normalen ökonomischen Leben. Uns kommt es vor allem darauf an, Lebensraum für unsere Menschen in Palästina zu schaffen, und je kleiner die verfügbare Fläche wird, um so größer muß die Intensität werden. Hier z. B. ein praktisches Problem. Die Bewässerung des Emek von der Haifa-Bai 33

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