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Der jüdische Student · 1931-01-01 · Heft 1 (Januar 1931) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
28 (1931)
Issue
Heft 1 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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andere die Verstärkung unserer Position in Palästina. Das eine verlangt eine Agency-Politik (wobei es sekundär ist, ob die taktischen Methoden bisher immer richtig waren oder nicht). Das andere verlangt stärkste Anspannung der Arbeit für Palästina und in Palästina. Darin ist vieles schlecht gemacht worden und muß besser gemacht werden. Die Politik in Ehren; sie ist immer notwendig und muß geschickt geführt werden; aber in diesen beiden Dingen liegt unser Schicksal. Ueber das Wie kann hier natürlich nicht gesprochen werden. In den Kreisen der Revisionisten und der Radikalen wird uns als neue Entdeckung vorgesetzt, daß die Einwanderung und Kolonisation Privater gefördert werden muß. Auch hier sind Zahlen lehrreich. Von den ca. 40 MilL Pfund, die seit dem Kriege von Juden in Palästina investiert worden sind, sind mindestens 30 MilL Pfund auch bisher schon private Gelder gewesen, und von dem Rest hat auch das Werk der Pica größtenteils der Ansiedlung Privater gedient. Nach Abzug der kulturellen Ausgaben ergibt sich, daß zur Ansiedlung mittelloser Arbeiter nur 2—3 MilL Pfund verwandt worden sind. Diese Arbeiteransiedlung aber einzustellen oder einzuschränken, wäre ein tragischer Fehler, der uns durch Anwachsen eines landlosen Landarbeiterproletariats zu allem übrigen noch einen schweren Klassenkampf bescheren würde. Alle diese Fragen sind zu ernst und schwer, als daß sie durch eine gegen Personen gerichtete Polemik gefördert werden könnten. Polemik spaltet und schwächt. Wir aber brauchen einheitlichen und auf Palästina gerichteten Willen. Reise durch Polen Die Maccabaea wollte im Herbst eine gemeinsame Reise durch das jüdische Polen machen. Von all den Bundesbrüdern, die ursprünglich ihre Teilnahme zugesagt hatten, sind nur zwei, Spiwak und Bergmann, gefahren. Sie geben im folgenden wieder, was sie erlebt haben: Henrik J. Spiwak (V.J.St. Maccabaea). I. Wer wir waren und was wir sahen. Wir waren zwei Bundesbrüder in Warschau. Und wir befanden uns in richtiger Reisestimmung, d. h. in jedem uns begegnenden Juden, wenn er nur einen langen schwarzen Kaftan, die kleine schwarze Mütze — diese mittelalterlich-deutsche Kluft — trug, sahen wir die Verkörperung des Chassid und erwarteten Offenbarungen von einem Gespräch mit ihm. Jeder jüdische Arbeiter bedeutete uns ähnliches, jede Eisenbahnfahrt, jede 22

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