Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 28 (1931)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Hauptzahlen zeigt nachstehende Tabelle: Slimmen3ahl 1930 Siimmen3ahl 1926 Pro3enhiaIe Veränderung 1930 : 1926 Mandats* 3iffer 1930 Mandats* 3iffer 1926 Liste 1 (Liberale) 41 797 23 252 plus 79,8% 24 10 m 2 (Jüdische Volkspartei) 25 836 16 370 « 57,8% 14 7 „ 3 (Religiöse Mittelpart.) 1788 5 539 minus 67,7% 1 2 „ 4 (Konservative) .1 411 2 901 „ 51,40/o — 1 „ 5 (Poale Zion) 1 931 2145 10% 1 1 n 6 (Deutsche Liste) 1 337 — — — „ 7 (Klal Jisroel) 114 — — — „ 8 (Überparteiliche Vereinigung) 2 339 — 1 — „ 9 (Positiv-Liberale) 773 — — —- „ 10 (Jüd.-demokratischer Block) 121 — — — Ungültige Stimmen 565 — — — 77 962 50 207 41 21 Die Wahlbeteiligung betrug 1930 60 Prozent, während sie 1926 40 Prozent ausgemacht hatte (die Zahl der Wahlberechtigten hat sich nur unwesentlich erhöht). Nach allem, was über die Wahlfonds der beiden Hauptparteien bekannt geworden ist, hat im Durchschnitt jeder Wähler die Volkspartei rund RM. 2,—, die Liberalen rund RM. 8,— gekostet! IL Bei der Wertung dieser Zahlen und Daten wird man zunächst von der durch das Wahlergebnis bedingten Zusammensetzung der Repräsentantenversammlung ausgehen müssen. Darüber hinaus wird man aber die Möglichkeiten und Zukunftschancen, die das Wahlergebnis für uns enthält, zu prüfen haben; aus dieser Betrachtung wird sich von selbst zugleich auch ergeben, welche Verpflichtungen das Wahlergebnis uns auferlegt. a) Auch wenn man den Vertreter der Poale Zion hinzurechnet, bildet die Volkspartei in der neuen Repräsentantenversammlung nur eine (wenngleich starke) Minorität. Das war an sich auch in der vorigen Repräsentantenversammlung der Fall; aber dort bestand die Möglichkeit, mit den Vertretern der kleineren Gruppen einen Block zu bilden, der in entscheidenden Fragen die Liberalen majorisierte. Die Liberalen besaßen eben in der alten Repräsentantenversammlung nur 10 von 21 Mandaten, während sie in der neuen Repräsentantenversammlung über eine sichere Majorität verfügen. Es liegt auf der Hand und es ist vor allem durch die Praxis der letzten Jahre erwiesen, welche Fülle von politischen Geschäften die bisherige parlamentarische Situation ermöglichte — politische Geschäfte, die nunmehr unmöglich werden. Das kann einschneidende praktische Wirkungen haben, die uns auf wichtigen Gebieten (z. B. im Schulwesen) schwer treffen* %6