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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 35)
Language
German
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Sein Sterben vollzog sich unter seltsamen Umständen. Zur Zeit seiner akuten Erkrankung befand sich seine Mutter, schwer augenleidend, in derselben Klinik, in der er operiert wurde. Man verheimlicht ihr die Operation, aber ein Traum, den sie hat, handelt von Hermanns Tod. Der Sohn lebt noch mehrere Tage, von den Aerzten aufgegeben, für sein Teil aber hoffnungsvoll. Da wechselt die Pflegeperson: Eine Krankenschwester tritt ein, in der er eine Jugendbekannte aus Boskovice erkennt. Mit Entsetzen, — denn er sieht ein Zeichen darin. Dies Heimatgesicht schickt ihm die Erde entgegen. Er muß sterben. Seine letzten Phantasien galten der Uraufführung seines Dramas „Die Gartenlaube", das dieser Tage im Wiener Renaissance-Theater die 50. Aufführung erlebt hat. Er starb am 28. Oktober 1929. England und Palästina Ein Beitrag zur Kultursoziologie des Angelsachsentums. Eine Selbstanzeige von Josef Cohn. Anfang Dezember erscheint im Kurt Vohwinkel Verlag, Berlin- . Grunewald, als „Beiheft zur Zeitschrift für Geopolitik" das oben genannte Buch von Bbr. Josef Cohn. Es ist etwa 18 Bogen stark und kostet broschiert 6,80 Mk., gebunden 8,50 Mk. Der Subkriptionspreis ist- 10 Prozent niedriger. Vielleicht sind wir in der Lage, es noch billiger zu beschaffen, wenn sich eine größere Anzahl Bbr. findet, die es durch uns beziehen. Wir erbitten daher Bestellungen. Wir haben Josef Cohn gebeten, dem Buche an dieser Stelle einige Bemerkungen vorauszuschicken. Die Redaktion des J. St. „Die Regierungserklärung ist ein unglückliches Dokument. Weniger wegen ihres Wortlauts im einzelnen als wegen ihres Gesamteindrucks. Ihr Geist im ganzen widerspricht den Traditionen Englands, und daher glaube ich, daß sie früher oder später im Sinne dieser Traditionen revidiert werden wird." Diese Bemerkungen Dr. Weizmanns über das neue Weißbuch, die sich in einem vor kurzer Zeit erlassenen Aufruf finden, berühren den zentralen Punkt der Argumentation, die von der offiziellen zionistischen Politik gegenüber der Erklärung des Labour-Kabinetts entwickelt wird. In diesem Appell an den Geist und die Traditionen des englischen Volkes, befindet sich der Hebel, der bei der ganzen Protest- und Abwehrbewegung seitens der Jewish Agency — anscheinend mit Erfolg — angesetzt wird. Diese Traditionen des englischen Volkes — jene unerreichte und häufig als Cant abgetanene Synthese von Geist und Politik — kann kaum eindrucksvoller als an den Voraussetzungen der englischen Palästinapolitik dargestellt werden. In der Balfour-Deklaration ist eine von ganz bestimmten seelischen und geistigen Kräften gestaltete englische „Kulturphysiognomie'1 eingeprägt. 33

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