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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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gesellschaftlichem Gebiet fortgesetzt und intensiviert werden. Es ist durchaus möglich, daß nach einiger Zeit das Ausbleiben aller realen Maßnahmen zugunsten der Fellachen und die Erkenntnis von der Bedeutungslosigkeit der Legislative Council auch auf der arabischen Seite zu einer Enttäuschung führen werden, die eine geeignete Grundlage für Verhandlungen sein wird. d) Für den hoffentlich kurzen Zeitraum, in welchem Einwanderung gar nicht oder nur in ganz geringem Ausmaß möglich ist und neue Bodenkäufe nur unter größten Schwierigkeiten werden stattfinden können, liegt vor uns eine immense Aufgabe. Sie muß durchgeführt werden, um in dem Zeitpunkt gerüstet zu sein, wo neue Expansion wieder möglich sein wird. Diese Aufgaben der nächsten Zeit umfassen: Ordnung der Finanzen der Jewish Agency, Vollendung der Konsolidierung unseres Siedlungswerks, Durchführung der beschlossenen Ansiedlung von 1000 Arbeiterfamilien in der Nähe der Pflanzungskolonien, Besiedlung der noch unbesiedelten Bodenstrecken im Emek, in der Haifa-Ebene und in Vadi Chawarah, Ausbau der inneren Organisation des Jischuw (Knesseth Jisrael usw.), stufenweise Ueberführung des Schul- und Gesundheitswesens an den Jischuw und entsprechende Entlastung des zionistischen Budgets, Schaffung neutraler Arbeitsbüros und eines obligatorischen Schiedsgerichtswesens zur Vermeidung sozial e*r Kämpfe, systematische Erforschung und Eroberung auswärtiger Märkte für die jüdische Industrie, für die Orangen und für die anderen zur Ausfuhr geeigneten Produkte der jüdischen Landwirtschaft. Wie man sieht, wird es des größten Aufgebots aller unserer Energien bedürfen, um diese Aufgaben zu bewältigen. Dafür wird das Ziel ein gewaltiges sein: eine schuldenfreie zionistische Organisation, entlastet in den Ausgaben für Schul- und Gesundheitszwecke, entlastet von der Sorge für die besteihienden Siedlungen und ideshalb imstande, ihre ganze Kraft neuen Aufgaben zuzuwenden; ein organisierter mit eigenen Aufgaben beschäftigter Jischuw, starke wirtschaftliche Positionen in Landwirtschaft und Industrie. e) Die Lösung der eben skizzierten Aufgaben ist äußerst schwierig. Die Welt ist in einer schweren wirtschaftlichen Krise, unter der die Juden besonders stark leiden, die wirtschaftliche Not Osteuropas erfordert Hilfsaktionen, die einen Teil der Kräfte absorbieren, die neue politische Situation unseres Aufbauwerks wird uns manchen Mitläufer kosten. Dazu kommt, daß in der Jewish Agency noch nicht alles ist, wie wir es in Zürich erhofft haben, kommt weiter die Schwierigkeit der Bildung einer neuen Leitung, kommt die unselige und überflüssige innere Auseinandersetzung um das Endziel der Bewegung. Nicht in Protestresolutionen, sondern in der Ueberwindung aller dieser Schwierigkeiten, in der Aktivierung jedes Zionisten und jedes palästinafreundlichen Juden liegt die Antwort auf das neue Weißbuch und auf den Versuch der englischen Regierung, das jüdische Nationalheim mitten in seiner Entwicklung abschneiden zu wollen. Der Jischuw, der diese ganzen Monate seit dem August 1929 immer wieder seine Selbstdisziplin, seine politische Reife und seinen unerschütterlichen Glauben an das Recht und die Durchführbarkeit unseres Ideals bewährt hat, wird 26

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