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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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folgreiche Politiker. Die ihnen hörigen Fellachen taten, was man von ihnen verlangte, demonstrierten gegen die Juden, hielten die Sperre der Einwanderung, das Verbot des Bodenkaufs und eine parlamentarische Regierung für notwendig, obwohl sie sich unter letzterer nichts vorstellen können und das Verbot des Bodenkaufs dem Fellachen die letzte Möglichkeit nimmt, sich aus der Schuldknechtschaft zu befreien. Die englischen Beamten, seit langem gegen den Zionismus eingenommen und seit den Augustunruhen besonders erbittert, weil sie sich vor der ganzen Welt blamiert hatten, bildeten mit den Arabern eine Einheitsfront. Immer deutlicher enthüllte sich das Netz, in dem wir uns gefangen hatten: die Shaw- Kommission überschritt ihre Kompetenzen und äußerte sich über Einwanderung und Kolonisationsfragen, die Regierung akzeptierte grundsätzlich den Shaw-Bericht. Die Regierung versprach, einen Mann von politischem Weitblick, wie Smuts, nach Palästina zu schicken, hielt aber ihr Versprechen nicht, sondern entsandte einen Landexperten, Simpson. Sie versprach Dr. Weizmann, ihm eine Unterhaltung mit Simpson vor der Abreise zu ermöglichen und brach ihr Versprechen. Sie erklärte, erst nach der Erstattung von Simpsons Bericht Stellung nehmen zu können, aber stellte die jüdische Einwanderung vorher ein und umriß die Simpson gestellte Aufgabe in einer Form, die von vornherein jede Möglichkeit einer unparteiischen wissenschaftlichen Untersuchung ausschloß. Simpson sollte Maßnahmen zum Schutze der Fellachen gegenüber der jüdischen Kolonisation vorschlagen. Damit war die Entscheidung getroffen und es war schon ein Maximum an Loyalität und Entgegenkommen, als die Jewish Agency Simpson nicht boykottierte, sondern mit ihm in jeder Weise zusammenarbeitete, obwohl ihm die Erstattung eines objektiven Berichts ja gar nicht gestattet war. III. Analyse der neuen britischen Palästinapolitik. Der Simpson-Bericht ist die — angeblich — wissenschaftliche Grundlage, auf der das neue Weißbuch aufgebaut ist. Das Weißbuch faßt die gegenwärtige Auffassung der Palästinaregierung über ihre Politik zusammen. Es ist nicht das erste seiner Art und wird aller Voraussicht nach nicht das letzte sein. Es ist der Veränderung unterworfen und jede künftige Regierung kann ein neues Statement erlassen und darin das vorige abändern. Insofern stellt es eine unberechtigte Uebertreibung dar, wenn man das Statement mit Balfour-Erklärung oder gar mit Mandat auf eine Stufe stellt und diese früheren Urkunden durch Paßfields Weißbuch für aufgehoben erklärt. Für die Zukunft wichtiger als das Weißbuch ist wahrscheinlich der Simpson-Bericht. Denn hier sind angeblich objektive Tatsachen zusammengestellt und es wird einer künftigen, uns günstigen englischen Regierung nicht leicht sein, Entscheidungen zu fällen, die mit den Ergebnissen der Simpson'schen Untersuchung im Widerspruch stehen. Wahrscheinlich wird bei einer solchen Aenderung der britischen Politik eine neue Expertise notwendig sein, sei es nun die eines anderen englischen Fachmanns oder, vielleicht, einer 22

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