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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 21)
Language
German
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schon längst (und mit Recht) fehlt, das aber für den ökonomischen Aufbau unentbehrlich ist. Unsere politische Position ist keineswegs so schlecht, wie die berufsmäßigen Pessimisten glauben. Wir haben jetzt in Frankreich und im Völkerbund mehr Sympathien (nicht um unserer schönen Augen willen, sondern weil Englands Wortbruch die Möglichkeit gibt, England eine moralische Niederlage zu bereiten), und die Klügeren unter den englischen .Staatsmännern wollen es durchaus vermeiden, sich zu ihren übrigen Schwierigkeiten noch die dauernde Gegnerschaft der internationalen Judenheit zuzuziehen. Bei energischer Politik, die darum nicht übereilt und unklug zu sein braucht und sich von Hysterie und Gehässigkeit frei halten muß, wird man vielleicht bald eine Situation schaffen können, in der die Grundforderungen des politischen Zionismus in England wiederum Verständnis und Gehör linden. Der nächste zionistische Kongreß muß eine Leitung wählen, von der er glaubt, daß sie diese Aufgabe, die nicht in wenigen Monaten zu erfüllen ist, besser zu lösen vermag, als es dem Weizmann'schen System in dem verflossenen Jahrzehnt gelungen ist. * Für meine Söhne Hehle nimmer mit der Wahrheit! Bringt sie Leid, nicht bringt sie Reue, Doch weil Wahrheit eine Perle, Wirf sie auch nicht vor die Säue. Blüte edelsten Gemütes Ist die Rücksicht, doch zuzeiten Sind erfrischend wie Gewitter Goldne Rücksichtslosigkeiten. Wackrer heimatlicher Grobheit Setze deine Stirn entgegen; Artigen Leutseligkeiten Gehe schweigend aus den Wegen. Wo zum Weib du nicht die Tochter Wagen würdest zu begehren, Halte dich zu wert, um gastlich In dem Hause zu verkehren. Was du immer kannst, zu werden, Arbeit scheue nicht und Wachen; Aber hüte deine Seele Vor dem Karrieremachen. Wenn der Pöbel aller Sorte Tanzet um die goldnen Kälber, Halte fest: Du hast vom Leben Doch am Ende nur dich selber. Storm. 19

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