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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Das K. J.V. ist kerne Jugendbewegung im Sinne mancher deutscher Jugendbewegungen. Es empfindet seine Aufgabe nicht darin, stürm- und drangerfüllte Jugend „zu bewegen", d. h. im Kreise zu führen, statt zu einem Ziele hinzulenken. Unsere Aufgabe ist der Zielgedanke, d. h. die Erziehung zu Männern, die zur zionistischen Tat fähig und entschlossen sind. Der Zionismus ist ein nationales und menschliches Experiment, eingebettet in die Strömungen der Zeit, aber auch im Kampf mit diesen Strömungen, um seine Eigenart zu behaupten und sein Ziel zu erreichen. Darum seid tolerant gegen Meinungen und streng bezüglich der Klarheit des Gedankens, und vor allem streng hinsichtlich der Leistungen! Das K.J.V. kann dazu berufen sein, die zionistische Organisation zu erneuern und die Verwirklichung des Zionismus ein mächtiges Stück vorwärts zu treiben. Richard Lichtheim i. d. Sammelschrift des V.J.St. Hechaver-Riga. * Der Mensch wird wohl nur das gut machen, was im Zusammenhang mit seiner Leidenschaft steht. Wer nur von schwacher Leidenschaft erfüllt ist» wird das Große nicht vollbringen, und wer von starker Leidenschaft erfüllt ist und folglich das Kleine verachtet, wird es darum weniger gut machen als der mittelmäßige Mensch, der ihm alle seine Anstrengungen widmet. Stendhal. * Deutsche Wochenausgabe „Dawar** Seit (die „Rundschau" zweimal wöchentlich erscheint, ist die Berichterstattung über Erez Israel ausführlicher geworden, und so war es möglich, nicht nur gedrängte Wochenübersichten, sondern auch eine größere Zahl von Tagesnachrichten zu bringen. Der unkritische Leser, der nicht imstande ist, die hebräischen Tageszeitungen Palästinas zu lesen, hat sich bis vor etwa einem halben Jahr im allgemeinen mit diesem einzigen Organ begnügen müssen, zumal die tägliche Berichterstattung der Wiener Morgenzeitung nicht melhr vorhanden war. So war es zu begrüßen, daß für die deutschen Leser eine Wochenausgabe der Arbeitertageszeitung „Dawar" ins Leben gerufen worden ist. Diese Zeitung, die neben der Rundschau für viele zu einem höchst notwendigen Nachrichtenblatt geworden ist, ist wenig mit ideologischem Inhalt belastet, bringt jedoch politische Kampfartikel, die zumeist ein sehr männliches und kräftiges Bild der Meinungen der Arbeiterschaft übermitteln. Es gibt bei uns in Deutschland selbst im Lager der Histadrutüigegner kaum einen Zionisten, der nicht die Bedeutung der Histadruth für einen Fortschritt Palästina© anerkennt und somit für das Organ der Arbeiterschaft interessiert sein sollte. 14

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