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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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ihrer Persönlichkeit, damit verändert sich ihre soziale Bedeutung. Sie wird auch im öffentlichen Leben zu einem Machtfaktor, der sich entfalten will, und den wir für uns gewinnen können. Wenn wir eine Zukunft haben wollen, müssen wir mit der Entwicklung gehen und dürfen uns nicht reaktionär, wie leider heute so oft im Zionismus, gegen sie stellen. Nun ist im Moment die Mädchenfrage im K.J.V. nicht im Sinne der Aufnahme zu entscheiden. Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis das Kartell dafür reif ist. Trotzdem könnte man «schon jetzt eine das Kartell nicht „gefährdende" Initiative ergreifen. An verschiedenen Orten bestehen zionistische Studentinnengruppen. An vielen Universitäten sind außerdem ein bis zwei Studentinnen, die eine Gruppe organisieren könnten. Aber diese Gruppen sind gewöhnlich nur von kurzer Dauer. Geht die Leiterin fort, hört die Gruppe auf. Das Präsidium hätte nun sicher die Möglichkeit, diese Gruppen zusammenzufassen und sie ähnlich dem K.J.V. zu organisieren. Ein Ueb er Weisungssystem würde Kontinuität gewährleisten — außerdem würde die tätige Mithilfe der jeweiligen K.J.V.-Verbindung diese Gruppen stützen und vorwärtsbringen können. Zu einem späteren Zeitpunkte könnte man dann über Fusion mit dem K.J.V., sei es der Leitung, sei es der Verbindungen oder auch über unabhängige® Nebeneinanderbestehen beschließen. Ich halte diese Aufgabe für eine spezifische des K.J.V., die Entwicklung ist günstig, wir kämpfen fast ohne organisierten Gegner (es gibt keine C.V.-Studentinnengruppen). . Notwendig ist nur die Initiative. Heinz Wydra (V.J.St. Hatikwah Leipzig). * Erschütterung oder Klarheit In dem Erziehungsreferat von Hans Anton W o 1 f f (J. St. Heft 9 S. 19) geben den Grundton die Formeln: Erschütterung unserer Menschen, Lösung aus den Bindungen von Milieu und Beruf, Erzielung innerer Spannung. Die meisten von uns kennen diese Wendungen. Sie waren für die Entwicklung des Kartells in den ersten Nachkriegsjahren charakteristisch. Es soll mit Wolff nicht über den Wert oder Unwert von Postulaten wie Hebräisch, Jugendarbeit usw. gestritten werden. Jedes jüdische Tun ist wichtig als Betätigung zionistischer Gesinnung und als Mittel der Erziehung zum Zionismus und zum Dienst für die Gemeinschaft erforderlich. Aber seit wann erzeugen Forderungen zionistische Spannung, seit wann „erschüttert" die Beschäftigung mit der hebräischen Sprache? Brauchen wir noch Erschütterung, wenn wir das jüdische Schicksal empfinden? Es genügt, wenn wir unseren Jungen die Erkenntnis der jüdischen Not vermitteln, die wir aus der Geschichte und in unseren Tagen erleben. Brauchen wir noch künstliche Spannung oder ist es nicht die Aufgabe des K.J.V., seine Mitglieder zur Klarheit, zu männlichem politischen Wollen für die jüdische Gemeinschaft zu erziehen? Alfred Lewin (V.J.St. Kadimah A.H.), * 13

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