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Der jüdische Student · 1930-11-01 · Heft 10-11 (November 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 10-11 (November 1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Das Grundprinzip des radikalen Programms auf wirtschaftlichem Gebiet ist jüdische Selbstarbeit, Freiheit der Siedler in der Wahl der Siedlungsform bei voller Gleichberechtigung aller Klassen und Gruppen und die Förderung gesunder privater Initiative*). Der Revisionismus hat den Weg einer sozial-reaktionären Partei beschritten. Dies wird durch den Beschluß der Prager Konferenz zum Gewerkschaftsproblem, Kämpfe mit der Histadruth in Palästina (Kfar Saba) zur Genüge bewiesen. Ein Zusammenschluß zwischen Revisionisten und Radikalen ist aus oben skizzierten Gründen nicht möglich, was uns» aber nicht hindert und nicht hindern wird, in entscheidenden Situationen eine Einheitsfront zu bilden. In diesem Zusammenhange möchte ich auf die Notwendigkeit hinweisen, daß diejenigen, die sich um die Gruppe der Unabhängigen Zionisten scharen und deren Bedeutung hauptsächlich lokaler (Berliner) Natur ist, und ebenso die noch schwankenden unter den allgemeinen Zionisten, sich einer Gruppe anschließen mögen, die energisch und aktiv den großen und wahren Zionismus vertritt im Gegensatz zu den anderen, die einen Verzichtzionismus predigen. Es ist notwendig, den radikalen Zionisten eine starke Geltung auf dem kommenden Kongreß zu verschaffen. Oskar Wulf. * Die Haltung der Araber zum Legislative Council Die arabische Zeitung „AI Chajath" gibt in ihrer Ausgabe vom 4. November einen Ueberblick über die im arabischen Lager vorhandenen Anschauungen über das Legislative Council. Diejenigen, die gegen das vorgeschlagene Council sind, führen für ihren Standpunkt folgende Gründe an: Der Vorschlag ist von den Arabern schon 1922 zurückgewiesen worden; auf dem V. arabischen Kongreß in Nablus haben alle Mitglieder sich eidlich verpflichtet, dem Council unter keinen Umständen zuzustimmen; die arabische Sache bedarf der europäischen Sympathien und würde nach Akzeptierung des Council sich nicht mehr mit berechtigten Forderungen an Europa wenden können; die arabische und mohammedanische Welt würde mit den palästinensischen Arabern nicht mehr sympathisieren, nachdem diese mit der Regierung zusammenarbeiten. Diejenige Gruppe, die für die Annahme des vorgeschlagenen Legislative Council ist, macht dafür folgende Gründe geltend: Der Regierungsvorschlag gibt zwar den Arabern nicht alles, aber ist doch ein Beweis guten Willens; die Regierung gibt im Weißbuch ihre bisherigen Fehler gegenüber den Arabern zu; die sich jetzt bietende Gelegenheit wird vielleicht nicht wiederkehren, wenn nicht nur die Juden, sondern auch die Araber das Council boykottieren und die Regierung dann einen Grund hätte, zu ihrer früheren Politik zurückzukehren. *) Die ausführliche Begründung dieser Thesen ist in der gedruckten programmatischen Broschüre der Vereinigung Radikaler Zionisten enthalten. Zu beziehen durch die Buchhandlung des Bundesbruders Kurt Rosenbaum, Berlin W 15, Meinekestr. 10, und durch den Bundesbruder Oskar Wulf, Berlin N54, Rosenthaler Str. 40/41, Aufg. G, bei Specktor. 6

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