Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 10-11 (November 1930)
- Date
- 1930-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Es gibt aber, wie „El Chajath" weiter schreibt, eine dritte Auffassung, die dahingeht, daß die arabische Exekutive als solche das Council ablehnen sollte, daß aber die arabische Oeffentlichkeit, ob nun die Mitglieder gewählt oder ernannt werden, dies akzeptieren soll. Unter den Vertretern dieser Meinung gibt es Anhänger der Wahl der Council-Mitglieder, weil dann die besten Elemente in das Council gehen würden und Anhänger der Ernennung, weil dann die Araber mehr imstande sein würden, die Tätigkeit des Council zu kritisieren. Die Vergrößerung der Zahl der Mitglieder des Council, die von vielen vorgeschlagen wird, werde von der Regierung keinesfalls bewilligt werden, da diese vom Weißbuch nicht abzugehen wünscht. Endlich existiere noch der Vorschlag, daß Araber und Juden sich vor der Entscheidung über die Beteiligung an dem Council in einer gemeinsamen Sitzung über diese Frage aussprechen und schlüssig werden sollten» aber dieser Vorschlag sei unausführbar. * Studium in Palästina Zu Egon Rosenbergs Vorschlag im letzten J. St., Bundesbrüdern das Studium an der Universität hier zu ermöglichen, möchte ich ein paar Bemerkungen machen: 1. Unbestreitbar werden solche Bundesbrüder viel von ihrem Aufenthalt hier profitieren; eine Vorbedingung ist allerdings theoretische und praktische Kenntnis der hebräischen iSprache. 2. Naturwissenschaftliche Fächer werden vorläufig noch nicht gelesen. Wir hoffen, die •naturwissenschaftliche Fakultät 1932 zu eröffnen. Dagegen ist der Unterrichtsbetrieb in Mathematik, Philosophie, Literatur, Geschichte, Arabistik und Judaistik ziemlich voll entwickelt. 3. In diesen Fächern wird es wohl möglich sein, Anrechnungen der hier verbrachten Semester im Auslande zu erreichen. 4. Kolleggelder existieren vorläufig nicht. Der Unterricht ist frei. 5. Die Universität plant Ferienkurse für Studenten aus dem Auslande, etwa nach dem Muster der Ferienkurse für Ausländer an manchen deutschen Universitäten (München, Hamburg) nur natürlich in kleinem Maßstabe. Es sollen zwei- bis vierwöchige Kurse sein, die in das Verständnis der Landesbedingungen (Kultur, Soziologie usw., Spezialprobleme der diversen Wissenschaften in Palästina) einführen sollen. Die Durchführung des Projektes hängt von den Mitteln ab, die verfügbar sein werden, und von dem Interesse, das es auslösen wird. 6. Je nach persönlichen Ansprüchen (beträgt das Monatsbudget des Studenten von 8 Pfund aufwärts. Es sollte mich freuen, wenn etwas aus Rosenbergs Vorschlag wird, loh bin gern bereit, an der Sache mitzuarbeiten. M. Ben D a v i d - Jerusalem. 7