Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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deutlich zum Bewußtsein, daß nach und nach das Hebräisch im Kartell kommen wird, und daß der, der nicht rechtzeitig lernen wird, den Anschluß verpassen wird. Wir haben uns ausgemalt, wie e® sein wird, wenn man auf Kommersen und auf Wanderungen und vielleicht auch auf dem Kartelltage neues Hebräisch wird sprechen können, — das ist zwar nicht so phantastisch, wir haben ja auf dem Camp auch schon keine deutschen Lieder mehr singen können. Jedenfalls müssen wir alle jetzt eifrig hebräisch lernen. Es wird gehen .... * Paläsiinareisen für die Akiiviias Unter dieser Ueberschrift ist im J.St. Heft6 auf Seiteil eine Bemerkung veröffentlicht worden mit der Einleitung: „Bundesbruder Walter Katschke schreibt uns"! Bbr. Katschke teilt uns dazu mit, daß hier offenbar ein Mißverständnis vorliegen muß. Er hat diese Zeilen nicht geschrieben, auch ist er in keiner Weise mit dem sachlichen Inhalt dieser Zeilen einverstanden. * Zu der gleichen Bemerkung wird uns aus einem Privatbrief aus Palästina folgende Bemerkung zur Verfügung gestellt: Im J.St. habe ich die Bemerkung „Palästinareisen für die Aktivitas" gelesen. Man muß dem jedoch energisch widersprechen: RM. 500,— für eine Palästinareise ist m. E. viel zu wenig, zumal die Fahrt auf dem Lloyd Triestino schon auf RM. 240,— hin und zurück erhöht worden ist, hierzu kommt die Eisenbahnfahrt mit RM. 100,— hin und zurück. Es würden dann für Palästina nur RM. 160,— verbleiben, was natürlich viel zu wenig ist! Ich möchte auch davor warnen, die natürlich stets — wo es möglich ist — gern gewährte Gastfreundschaft der palästinensischen Bundesbrüder allzusehr in Rechnung zu ziehen. Es war schon jetzt bei der beschränkten Anzahl der Teilnehmer nicht ganz einfach, alle Bundesbrüder unterzubringen, da ja die Alten Herren, die wirtschaftlich dazu in der Lage sind, sehr, sehr spärlich gesät sind. Man macht sich im Galuth noch falsche Begriffe über unseren wirtschaftlichen Standard. Geradezu unerhört finde ich die Bemerkung: „Es geht auch anders" über den Bundesbruder mit dem Wechsel von RM. 180,—. RM. 180,— sind hier das Anfangsgehalt eines verheirateten Lehrers. Keiner von uns wird es sich einfallen lassen, unter ähnlichen Bedingungen nach Europa kommen zu wollen. Unter den hiesigen Bundesbrüdern, mit denen ich die Sache mehrmals durchgesprochen habe, besteht die einmütige Ansicht, daß dies „nicht der Weg" sei, um den Zusammenhang mit den deutschen K.J.V.ern zu stärken. Ihr müßt berücksichtigen, wie schwer jeder von uns mit den größten materiellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat (von den seelischen ganz zu schweigen!). Die Gastfreundschaft im Lande erfordert selbst schon ein ganz beträchtliches Opfer. Der selige Dr. Sachs 41