Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Kariellpräside in Riga Zur Eröffnung des Herbstsemesters der V.J.St. „Hechawer" weilte Bbr. Egon Rosenberg vom IL bis 13. September in Riga. Während der offiziellen Antritts Veranstaltung, die im Beisein geladener Vertreter der zionistischen Oeffentlichkeit stattfand, wurde die feierliche Rezeption von 10 neuen Bundesbrüdern vorgenommen, bei welcher Bbr, Rosenberg in einer großangelegten Rezeptionsrede die zionistischen Aufgaben des K.J.V.ers darstellte. Dieser Veranstaltung ging ein gemeinsamer Konvent der Aktivitas und Altherrenschaft voraus, der am 12. September seine Fortsetzung fand. Auf diesem Konvent berichtete Bbr, Rosenberg sehr eingehend über die Tätigkeit und die weiteren Pläne des Präsidiums in bezug auf organisatorische Maßnahmen, Hebraisierung, Schaffung realer Möglichkeiten für einen persönlichen Kontakt mit Palästina. In der Diskussion wurde ausführlich die Lage im „Hechawer", seine Erziehungs- und Außenarbeit besprochen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Behandlung der Altherren-Frage gewidmet. Außer diesen offiziellen Veranstaltungen hatte Bbr. Rosenberg eine Reihe von Besprechungen und Zusammenkünften in Privathäusern der Bundesbrüder. Darunter ist besonders zu nennen eine spezielle Veranstaltung für die Fuchsenkorona, in der Bbr. Rosenberg die neuen Bundesbrüder sowie die anwesenden Keilfüchse in außerordentlich eindrucksvoller Weise in die Geschichte und die Tradition des Kartells einführte. Nicht minder erfolgreich war der ungemein fesselnde Vortrag, den Bbr. Rosenberg auf Einladung unserer Schülerverbindung „Nordavia" vor allen zionistischen Schülerverbindungen über Wesen und Entwicklung der judischen Korporation hielt. Rückblickend läßt sich sagen, daß der Besuch des Präsiden in Riga ein guter Auftakt für das beginnende Semester gewesen ist und sich sicherlich noch lange in der Arbeit der Verbindung auswirken wird. V.J.St. „Hechawer", Riga. * Hebräisch im Kartell Im Jahre 1921: Einführung des hebräischen Altherrenexamens. 1921/1929: unkontrolliert. 1929/1930: Gilt folgende Statistik (nach Umfrage bei Inaktiven und Aktiven): Ohne Kenntnisse 5% Anfangsgründe 57 % Sprechen und Literatur 38% Im nächsten Jahre? H, A. Wölfl * Auszug aus dem Briefe eines jüngeren Bundesbruders .... und zum Schlüsse möchte ich Dir noch sagen, daß von allem, was das Camp geboten, mir sicher das Gefühl der Hebraisierung am meisten Eindruck gemacht hat. Als wir in der Bahn zurückfuhren, kam es uns 40