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Der jüdische Student · 1930-10-01 · Heft 9 (Oktober 1930) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 9 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 44)
Language
German
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pflegte immer zu sagen: „Unbekannt mit den Sitten des Landes wohnte er nicht bei Freunden, sondern ging in ein Hotel!" Versteht mich recht. Sporadische Wünsche auswärtiger Besucher werden immer en passant erledigt werden. Wenn aber das Kartell die sehr begrüßenswerte Absicht hat, Palästinareisen systematisch auszubauen, so kann das nicht in der Weise geschehen, daß man sich sagt, in Palästina werden wir schon weiterkommen, da sind ja die Bundesbrüder! Wie weit das führt, zeigt ein in letzter Zeit vorgekommener Fall, wo ein Nicht-K.J.V.er in der stillschweigenden Annahme, daß man nicht danach fragen werde, wochenlang bei Bundesbrüdern umsonst gelebt hat. * Tozereih haarez Eine Möglichkeit, wenn auch in kleinem Umfange, an der Hebung der palästinensischen Industrie beizutragen, besteht für uns in Deutschland. Ich bin sicher, daß noch nicht alles geschieht, um diese Möglichkeit voll auszunutzen. Tozereth haarez. Palästinensischer Wein, Limonaden, Kognaks, Honig und auch andere Dinge gibt es in Qualitäten, die durchaus denen gleichwertig sind, die wir hier haben. Wir sollten es als unsere Aufgabe betrachten, für unseren persönlichen Gebrauch diese Erzeugnisse Palästinas zu nehmen und damit zum Export des Landes beizutragen. Auch hier kann aus vielem Einzelnen eine respektable Summe resultieren. Darüber hinaus wird durch den persönlichen Konsum Propaganda für Tozereth haarez getrieben, andere werden aufmerksam, folgen unserem Beispiel. Glaubt nicht, daß es Kleinigkeiten sind. Aus Kleinem kann Größeres entstehen. So wie sich die Jaffaorange durchgesetzt hat, werden sich auch andere Produkte Palästinas durchsetzen. Wir müssen den Anfang machen, der Erfolg wird nicht ausbleiben. Hirsch. * Größeres Arabien und MacMahon Korrespondenz In „El Salam" vom 8. August wird anläßlich einer Erörterung über die Frage der MacMahon-Korrespondenz ausgeführt, die Ansicht sei falsch, daß die Schaffung des Jüdischen Nationalheims in Palästina in einem Gegensatz zum Gedanken einer Föderation der arabischen Länder stände. Im Gegenteil ist das jüdisch-arabische Blatt davon überzeugt, daß ein großer Teil der zionistischen Führer durchaus mit der Eingliederung Palästinas in eine arabische Föderation einverstanden wäre, wenn dabei die Position des Jüdischen Nationalheims garantiert werden würde. Wenn der sehr komplizierte Plan eines „Größer-Arabien" zur Ausführung gelangen wird, werden die Juden nicht das Hindernis auf dem Wege sein, sondern im Gegenteil diese Bewegung unterstützen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Besprechung zwischen Dr. Weizmann und König Feisal vor zwölf Jahren von dem Grundgedanken ausging, daß die Araber der Errichtung des Jüdischen Nationalheims in Palästina zustimmten und die Juden den Arabern bei der Entwicklung der arabischen Länder helfen würden. Die Anwendung dieses Prinzips würde die Möglichkeit enger jüdisch-arabischer Kooperation 42

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