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Der jüdische Student · 1930-10-01 · Heft 9 (Oktober 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 9 (Oktober 1930)
Date
1930-10-01
Page
[Seite] (sequence 39)
Language
German
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Prinz: „Nun denke ich mir, daß die jungen Männer, die jetzt Studenten sind, in nicht zu langer Zeit im Beruf und im Leben stehen werden. Sind sie vorbereitet für jüdische Arbeit, haben sie den Sinn der Jüdischen Gemeinschaft und Gemeinde erfaßt, so werden aus ihrer Mitte die Führer der nächsten jüdischen Generation hervorgehen. Das ist der Sinn unserer Erziehungsarbeit." — „Nun gut, aber wird diese Erziehung, von Rabbinerseite ausgehend, nicht einer Klerikalisierung gleichkommen — verzeih mir die persönliche Apostrophierung!" — Prinz: „Keineswegs — müssen Rabbiner klerikal sein? Aber auf eure Mitarbeit kommt es an! Ich denke, wir verstehen uns." — Alfred Berliner. * Eine Selbslanzeige Von Josef K a s t e i n. Dieser Tage ist bei Ernst Rowohlt, Berlin, ein Buch über Sabbatai Zewi von unserem Bbr. Julius Katzenstein (Josef Kastein) erschienen, dem wir zahlreiche aufmerksame Leser im K.J.V. wünschen. Wir haben Julius Katzenstein gebeten, für den bundesbrüderlichen Kreis im J.St. einiges über die Entstehungsgeschichte des Werkes zu sagen. Wir lassen seine Ausführungen folgen und behalten uns eine ausführliche Besprechung für einen späteren J.St. vor. Die Redaktion. Der Redakteur des J.St. bittet mich um eine Selbstanzeige dieses Buches, das das erste in einer Reihe historisch-monographischer Schriften jüdischen Inhalts sein wird. Ich komme dieser Ermunterung mit einiger Verlegenheit nach. Es ist ein Erbteil aus den Jahren meiner aktiven Beziehungen zum Kartell her, daß ich, wenn ich zu Bundesbrüdern spreche, nicht über die gesammelte und distanzierte Haltung verfüge, wie ich sie glaube aufbringen zu müssen, wenn ich zu einem Kreis fremder oder anonymer Menschen spreche. Fremden oder anonymen Menschen würde ich eine gedrängte Inhaltsangabe des Buches geben, zusammen mit einem Versuch, die Erscheinung eines Sabbatai Zewi verständlich zu machen und die ungeminderte Aktualität seiner Problematik aufzudecken. Meinen Bundesbrüdern gegenüber habe ich bei aller räumlichen und sachlichen Entfernung niemals das Gefühl verlieren können, daß ich ihnen, wenn ich ihnen begegne (und seltsam: hier in meiner Abgeschiedenheit des äußersten Tessiner Winkels sehe ich mehr Bundesbrüder als dann, wenn ich mich gelegentlich nach Berlin verirre), von Mensch zu Mensch begegnen müsse, und nicht als Autor dem Leser. 37

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