Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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haben, .hat bisher ein relativ günstiges Ergebnis gezeitigt, und unter Verwendung der uns zur Verfügung stehenden Kräfte muß und wird es möglich sein, das Kartell in absehbarer Zeit zu hebraisieren. In den Schülerbünden haben wir bisher nur einige vorbereitende Arbeiten in Berlin in Angriff genommen. Wir glauben aber, daß der Winter, der zu dieser Arbeit überhaupt geeigneter ist, auch in dieser Hinsicht Fortschritte bringen wird. Schon im Interesse unserer Keilarbeit halten wir eine Arbeit unter den älteren Schülern für unbedingt notwendig, abgesehen davon, daß sie uns in der Gewinnung von zionistischen Menschen, die auf ihre Berufe noch nicht festgelegt sind, auch für die Frage unserer Einstellung zu Palästina eine neue Möglichkeit bringt. Die Verbindung mit Palästina soll vor allen Dingen gefördert werden durch Palästinareisen, Eine solche ist im vergangenen Jahr unter allerdings sehr schwacher Beteiligung der Aktivitas, bereits erfolgt. Es wird Aufgabe dieses Jahres sein, im nächsten Frühjahr wiederum eine Palästinareise zu veranstalten, und jeder Einzelne von Euch, dem es irgend möglich ist, soll sich schon heute darauf einstellen, Mittel und Wege für die Beteiligung an einer solchen Reise zu finden. Zur Art der Kurse will ich nur noch sagen, daß vielleicht der „Debatmg Club", den wir heute abend versuchen wollen, uns die Gelegenheit geben wird, eine Probe mit einer neuen Unterrichtsmethode zu machen und so zur Belebung unserer Arbeit beizutragen. Eine Frage, die in letzter Zeit stark unsere Verbindungen beschäftigte, ist das Problem der Mädchenarbeit. In manchen Orten sind hier bereits Versuche gemacht. Ich glaube, daß dieser Weg, nämlich praktisch auszuprobieren, ob und wie wir zu einer Zusammenarbeit mit zionistischen Mädchen kommen können, der richtige ist, und daß man sich hüten sollte vor langen theoretischen Diskussionen über diese Frage. Die Wichtigkeit einer Erfassung der zionistischen Mädchen steht um so mehr außer Zweifel, als gerade auf diesem Gebiete die zionistische Jugendarbeit außerordentlich im Argen liegt, so daß es durchaus lohnend ist, hier von uns aus einzugreifen. Die Frage aber, ob man Mädchen in das Kartell aufnehmen soll, scheint mir im Augenblick noch nicht spruchreif und Diskussionen darüber überflüssig, ehe wir nicht durch eingehende praktische Erfahrungen mit den von uns gemachten Versuchen zu einem Ergebnis gekommen sind, das uns eine Entscheidung auf Grund der tatsächlichen Verhältnisse ermöglicht. Was sich zur Arbeit der Verbindungen sagen läßt, werden immer nur Einzelpunkte sein, Hinweise auf besonders wichtige Dinge und Unterstützungen im konkreten Falle. Darüber hinaus wird die Frage, ob eine Verbindung gut oder schlecht gearbeitet hat, abhängig sein von dem Kreise der Menschen, der die Verbindungsarbeit trägt, und in allen Schwierigkeiten, in denen sich eine Verbindung befindet, wird der einzige Ausweg immer der sein, daß man einen kleinen Kreis zusammenfaßt, der von sich aus den Kern für den Aufbau der Verbindung bildet. Bei aller Wichtigkeit, die ich den Fragen der Verbindung zumesse, und obwohl ich durchaus anerkenne, daß der maßgebende Faktor in unserer 25