Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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zionistischen Tatsachenstoffes den Willen und die Freude an zionistischer Arbeit zu erwecken und wachzuhalten. Zionismus ist keine Wissenschaft, und das sollte man bei allen unseren Kursen und bei allen Erziehungsfragen immer wieder berücksichtigen. Wir müssen jedes Mittel ergreifen, um auch den Unterricht in zionistischen Fragen, der selbstverständlich unbedingtes Erfordernis unserer Arbeit ist, so lebendig und interessant wie irgend möglich zu machen. In einer Zeit, wie der unsrigen, die von schwersten zionistischen Problemen voll ist, soll man jede Frage in Beziehung setzen zum Leben Palästinas. Bei diesen Problemen aber wollen wir eines bedenken: Wenn unser Standpunkt der Neutralität des Kartells überhaupt einen Sinn haben soll, dann ist vor allen Dingen notwendig, unseren Menschen alles zu zeigen, was zum Verständnis der zionistischen Situation und zur zionistischen Arbeit erforderlich und geeignet ist. Wir wollen keine Parteifunktionäre erziehen und keine Menschen, die mit (Scheuklappen, sei es in menschlicher, sei es in zionistischer Hinsicht, herumlaufen. Unsere Menschen sollen und müssen sich entscheiden, aber sie sollen es tun, nachdem sie bei uns Gelegenheit gehabt haben, alles zu sehen und zu berücksichtigen, was für ihre Entscheidung von Bedeutung sein kann. Das Präsidium hat vor allen Dingen auf einigen Gebieten versucht, die Arbeit zu beeinflussen, und zwar hat es einmal eine Umgestaltung des J.St. vorgenommen und ferner vom Erziehungsressort aus eine Intensivierung des hebräischen Unterrichts in die Wege geleitet und die Vorarbeiten für die Gründung, von Schülerbünden, die vom K.J.V. geleitet werden sollen, begonnen. Der J.St. steht unter dem Gesichtspunkt, daß er bei jedem Einzelnen Interesse erregen will und daß er die Mitarbeit jedes Einzelnen verlangt. Es mag hier und da noch eine Verbesserung in redaktioneller Beziehung notwendig sein, Wichtig ist vor allem die Grund einst ellung, daß auch der J,St. nicht eine Sache sein soll, in der immer wieder dieselben Bundesbrüder gelegentlich Artikel schreiben, sondern daß er von jedem Bundesbruder als seine Zeitung empfunden wird, indem er selbst sein Interesse durch diese Mitarbeit bekundet. Die eingeführten kurzen Bemerkungen werden Euch Gelegenheit geben, Ereignisse aus dem täglichen Leben, sowohl der Verbindung, wie auch der nichtzionistischen Umwelt untereinander zu besprechen, ohne große Theorien darüber zu machen, und wir hoffen, daß ihr von dieser Möglichkeit im weiten Umfange Gebrauch machen werdet. Unsere hebräische Arbeit hat zweifelslos schon einige Fortschritte gemacht. Wir haben eine ganze Anzahl von Bundesbrüdern unter uns, die einige hebräische Kenntnisse haben; in einem großen Teil der Verbindungen wird gelernt. Aufgabe des Wintersemesters wird es sein, auch in den Verbindungen, wo bisher noch nicht Hebräisch gelernt wird, unter allen Umständen die Bundesbrüder zum Erlernen des Hebräischen zu bringen, und wir werden diese Aktion von Berlin aus unterstützen und dauernd kontrollieren. In Berlin selbst wollen wir einen- Kreis von Bundesbrüdern mit guten hebräischen Kenntnissen erziehen, und diese werden auch die Möglichkeit haben, auf die Provinz in diesem Sinne einzuwirken. Die Umfrage, die wir bei d.en Bundesbrüdern nach ihren hebräischen Kentnissen gehalten 24