Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 9 (Oktober 1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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gibt? , In diesem Kampfe mit dem deutschen Judentum braucht man das Kartell. Dieser Kampf geht um den Alltag des deutschen Juden, und er wird sich heftig zur Wehr setzen. Was wir wollen, ist doch etwas ganz anderes als die Bestrebungen von Kameraden- und ähnlichen Gruppen, die irgendwelche Liebe zu jüdischen Inhalten haben und in ungefährlichen Zirkeln über den Sinn des Judentums diskutieren. Was wir wollen, ist, den deutschen Juden umformen, ist, sein Kind so zu erziehen, daß es sich im Galuth fühlt und weiß, daß sein Weg ein jüdischer sein muß, untrennbar verbunden mit Erez Israel. Was wir wollen, ist doch, ihn mit seinen Bindungen verankern in einem jüdischen Milieu, daß seine Hoffnung nach einer Erlösung erweckt wird, nach einer Erlösung durch eigene Kraft. Was wir wollen, ist eine jüdische Gemeinschaft, die sich verbunden fühlt über Grenzen und Länder mit allen jüdischen Gruppen, die sich als einen Teil empfindet der großen Einheit des jüdischen Volkes. Hier wollen wir kämpfen um des Aufbaues willen, ihn stärken in allen seinen ökonomischen Möglichkeiten, die Kräfte dieser Gruppe auf ihn richten, daß für uns die reale Basis einer Hachscharah gelegt wird, die es auch diesen Kreisen von Menschen ermöglicht, in das Land zu gelangen, dessen Aufbau die Aufgabe unserer Generation ist, und in das zu gelangen wir nie aufhören werden zu hoffen und daran zu arbeiten. * b) Referat von Heinz Gerling i. Nachdem Hans Anton W o 1 f f versucht hat, die Aufgaben und Ziele des K.J.V. darzustellen, will ich in großen Zügen einiges über die inneren Aufgaben de© Kartell®, die Arbeit der Verbindungen und die Stellung des Einzelnen zu dieser Arbeit und zum Kartell sagen. Wenn ich dabei ausgehe von der Stellung, die der Einzelne zu unserer Arbeit hat, und von den Aufgaben, die ihm zufallen, so scheint es mir notwendig, zunächst einmal eines zu betonen, und zwar die unbedingte Notwendigkeit, daß jeder K.J.V.er in seiner Grundeinstellung zum Kartell diese Gemeinschaft, der er angehört, bejahen muß, wenn überhaupt eine fruchtbare Arbeit herauskommen soll. Ich weiß, daß es in unseren Reihen eine ganze Anzahl von Bundesbrüdern gibt, die der Arbeit des Kartells zumindest skeptisch gegenüberstehen, die immer wieder die Frage aufwerfen, ob dieses Kartell Zweck hat und ob es nicht 'besser ist, eine andere Arbeit in einer anderen Gemeinschaft zu leisten. Ich habe nichts igegen intensive Kritik an dem, was wir tun, nichts gegen alle Versuche, Fehler aufzudecken, die dazu führen können, Fehler in Zukunft zu vermeiden. Aber, wenn eine Gemeinschaft von jungen Menschen, wie die unsere, sich ein bestimmtes zionistisches Ziel gesetzt hat, so besteht die unbedingte Notwendigkeit, daß jeder, der in dieser Gemeinschaft mitarbeitet, sie grundsätzlich bejaht und nicht durch dauernden unangebrachten Skeptizismus die Arbeitsfreudigkeit der anderen lähmt. Ich sage das nicht nur als Proklamation oder Bekenntnis. Ich sage es zu einem ganz bestimmten praktischen Zweck. Ich glaube 21