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Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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freulich große Anzahl Bundesbrüder — etwa 145 —, etliche Autos und Motorräder machten denn auch dem Vertrauen des Präsidiums alle Ehre und eine Invasion in das kleine Harznest, das drei Tage lang verjudet war, (Dieses schreckliche Schicksal brachte einige Anhänger des Herrn Frick aus der Umgebung von Hasselfelde im Alter von 12 bis 16 Jahren derartig in Wut, daß sie am Sonntag zur Mittagszeit, während unserer Mahlzeit, vor dem Versammlungslokal in voller Kriegsrüstung, mit großen Hakenkreuzen geschmückt, eine Protestdemonstration veranstalteten, die aber lange vor Schluß unseres Mittagessens zu Ende gewesen sein muß.) Obwohl das Camp ein Treffen der Aktivitas sein sollte, fehlte gerade von ihr ein viel zu großer Teil; Freiburg, Heidelberg und München waren geradezu kläglich schwach vertreten. Dagegen war erfreulicherweise eine große Anzahl Alter Herren erschienen« Nach allem, was man auf dem Camp hörte, scheint diese Veranstaltung von den Verantwortlichen der genannten Verbindungen nicht ganz für voll genommen worden zu sein. Bei etwas größerem Interesse wäre mehr erreicht worden: der Ruder-V.J.St. hatte beispielsweise fünfmal soviel Leute in Hasselfelde, wie sämtliche süddeutschen Verbindungen zusammen, und auch alle anderen Berliner Verbindungen übertrafen deren Zahl beträchtlich. Das Programm der drei Tage, wie es (infolge der schlechten Unterstützung der General Motors) wirklich abgewickelt wurde, sah so aus: Sonnabend abends: Eröffnung und Begrüßung durch den Präsiden des Kartells, Bbr. Egon Rosenberg, der anschließend etwas ausführlicher über die gegenwärtige Lage sprach. Sonntag vormittags: Besprechung der,anwesenden Chargierten, die ausführliche Berichte über das vergangene Semester abgaben. Die anderen Bundesbrüder trieben im Bad und auf dem Platz Sport. Nachmittags: Referat von Kanowitz über das deutsche Judentum. Referate von Wolff und Gerling über Erziehungsfragen und -wege; anschließend eine teilweise sehr erregte Diskussion. Abends: Debating-Club. Geselliges Beisammensein unter Leitung von Lutz Hirschbruch. Montag vormittags: Sportfest. Es ist hier an dieser Stelle nicht der Platz, auf die Referate von Kanowitz, Wolff und Gerling ausführlich einzugehen. Sie werden in den nächsten Nummern des J.St. gebracht werden. Während das Referat von Kanowitz begeistert aufgenommen wurde, war das Referat von Hans Anton Wolff Gegenstand schärfster Angriffe. Er hatte etwa ausgeführt, daß unser Programm nicht nur das fordern sollte, was vielen, sehr vielen von 35

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