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Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 37)
Language
German
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uns doch nicht durchzuführen möglich wäre — Chaluziuth —, sondern auch alles mögliche enthalten sollte: Judaisierung des deutschen Judentums. Als dann ein anderer Bundesbruder daraus einen Verzicht auf Chaluziuth überhaupt machen wollte, setzte ein Sturm der Entrüstung ein. Es entstand eine sehr lebhafte Debatte, in der gerade einige jüngere Bundesbrüder sich aufs schärfste gegen einen solchen Verzicht wandten; einige Alte Herren griffen ebenfalls ein und warnten aus ihrer Erfahrung heraus vor einer Unterschätzung der Schwierigkeiten. Da die Zeit nicht ausreichte, griff Egon Rosenberg vermittelnd ein, und in einem Schlußwort verwahrte auch Hans Anton Wolff sich dagegen, einen Verzicht auf Chaluziuth propagiert zu haben. Auch an Gerlings Referat schloß sich eine längere Aussprache an. Schon am Vormittag hatten sich bei der Besprechung der einzelnen Verbindungsberichte auf der Chargiertenzusammenkunft prinzipielle Meinungsverschiedenheiten ergeben. Diese traten nach Gerlings Referat, das sich mit der Arbeit des einzelnen, der Verbindung als Ganzes und des Kartells überhaupt beschäftigte, wieder zutage. Nicht nur, daß man deutlich spürte, wie sehr um eine einheitliche Zielsetzung der Kartellarbeit gerungen wird; auch über einzelne Fragen, wie z. B. die der Erfassung der jüdischen Studentinnen, deren Berechtigung (meint Abraham damit die Erfassung oder die Studentinnen? Die Redaktion) man anerkannte, konnte man sich nicht einig werden. Daß gerade hier an dieser Stelle die Aussprache abgebrochen werden mußte, scheint mir besonders bedauerlich. Denn nirgendwo war sie bisher so gut möglich. Der Kartelltag ließ dafür keinen Raum, und auch im „J.St." konnte man bisher wenig darüber finden. In der Aussprache wurde wieder häufig gesagt, wie viel oder wie wenig noch bei uns für Hebräisch getan wird, und im Zusammenhang damit gefordert, daß alle Verbindungen weit mehr als bisher auch für die Einführung hebräischer Lieder sorgen sollten. Diese Forderungen sind eigentlich so selbstverständlich; aber gerade das Camp bewies wieder, daß auch die selbstverständlichsten Sachen immer wieder propagiert werden müssen. Nur zwei hebräische Reden hörten wir: eine große von Hans Anton Wolff und eine kleine Ansprache des Lehrers des Berliner Kartells, der auf das Camp gegangen war, um der Aufführung eines kleinen hebräischen Stückes aus seiner Feder beizuwohnen. Auch das Repertoire an hebräischen Liedern, die allen bekannt sind, ist noch viel zu klein. Darum war es notwendig, daß die Forderung nach der Hebraisierung des Kartells auch auf dem Camp wieder erhoben wurde. Das Sportfest am Montag wurde leider eine Wasserpantomime, so daß das Programm stark verkürzt werden mußte. Als die ersten Leute auf dem Sportplatz" erschienen, begann es zu regnen, und als der letzte ihn verließ, hörte es wieder auf. Trotzdem überwand der Sportgeist der Bundesbrüder die Tücken des Wetters, und man sah in allen Konkurrenzen scharfe und interessante Kämpfe. Den Löwenanteil der Siege sicherten sich die Berliner Ruderknechte, die sich auf dem nassen Gelände sehr heimisch fühlten. Die genauen Ergebnisse sind folgende: 36

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