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Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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wirklichung nicht so nah, daß er die Vollendung deutlich, und in naher Zukunft vor sich zu sehen vermag. Es geht ihm wie dem Wanderer im Gebirge, dem Vorberge den Ausblick auf die "hohen Gipfel verbergen. Er muß also Bescheid wissen um seinen Standort, das Ganze zu erkennen vermögen, während er sich der Fülle unbefriedigender Einzelaufgaben gegenübersieht, So umkämpft auch in zionistischen Kreisen die Frage ist, ob der Zionismus mit dem Anspruch auftreten müsse, die Lösung der Judenfrage zu bringen, so unumstritten ist seine Funktion der Lösung der Judentumsfrage. Was Judentum ist, welche jüdische Kollektivleistung unserem Volke möglich ist, wird sich nur in Palästina erweisen. Die palästinensische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat schon ausgereicht, um der jüdischen Welt das Gefühl zu geben, daß sie neue und unbekannte Leistungen von dem Leben des Jischuw erwarten darf. Die Mittelpunktstellung von Erez Israel wird in der ganzen jüdischen Welt empfunden, aber wir Zionisten, die wir in der Lösung der Judentumsfrage ein höchstes Ziel unseres zionistischen Strebens erblicken, müssen wissen, daß der Gegensatz von Judentum und Judenheit, der so gern auch in unseren Reihen gemacht wird, ein künstlichei ist. Die jüdische nationale Heimstätte wird ihre Bedeutung nur haben können, wenn eine ihrer Qualitäten in der Quantität des in Palästina lebenden Volkes besteht. Kultur entsteht und wird nicht erzeugt. Wer die jüdische Kultur will, muß auch ein großes jüdisches Volk in Palästina wollen, in dem diese Kultur organisch entsteht. Es ist nur die Frage, ob die innere Entwicklung, die ersehnte Erneuerung unserer Art, schneller erfolgen kann als der kolonisatorische Aufbau. Geistige Entwicklung braucht im aligemeinen mehr Zeit als politische und wirtschaftliche. Und kein Zionist kann glauben, daß ohne die äußere Freiheit des jüdischen Lebens auch die innere Befreiung der jüdischen Welt erfolgen kann. Da wir aber überzeugt sein können, daß Erez Israel zur Heimat für einen erheblichen Teil des jüdischen Volkes werden kann, wenn dieses Volk die Energie hat, den Entwicklungsprozeß, dessen Notwendigkeit es mit voller Klarheit erkannt hat, durchzuführen, haben wir das volle Recht, im Zionismus die Lösung der Judenfrage zu erblicken. Wir haben daher das Recht, vom ganzen jüdischen Volk die letzte Kraftanstrengung zu fordern für die durch die zionistische Idee herbeigeführte entscheidende Wendung seines Geschickes. Reidisiagswahl 1930 '^Pfe... Von Hubert Pollack, Berlin. I. m'^k: Am 14. September werden die Bürger der deutschen Republik ihr Parlament wählen. Welche Stellung sollen wir als Zionisten in diesem Wahlkampf einnehmen? Darüber, daß jeder von uns sein Wahlrecht auszuüben hat, bedarf es wohl keiner Diskussion. Problematisch ist nur, welcher Partei man seine 22

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