Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 7-8 (August 1930)
- Date
- 1930-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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Karten zum Kongreß, die aktives und passives Wahlrecht gewährleisten und {ähnlich dem Schekel) den Inhaber verpflichten, am Aufbau einer arbeitenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina zu helfen, unter Anerkennung der von der Histadruth festgesetzten Prinzipien, sind bei mir, bzw, im Büro des Präsidiums, für 0,50 RM, zu erhalten. Alfred Berliner, * Um die Peiroleumleifimg von Mossul nach Haifa König Feissal von Irak hat London, Berlin und Paris besucht. Man sagt, die Frage der Erschließung der Oelfelder von Mossul sei einer der wichtigsten Gründe dieser Besuche. Die Ausbeutung der mesopotanischen Oelvorkommen ist vor allem eine Transportfrage. Seit Jahren hört man von dem Projekt der „pipe-line", die das Petroleum von Mossul nach Haifa bringen soll. Bis jetzt sind alle diese Pläne Pläne geblieben. Um die Schwierigkeiten, die sich ihrer Verwirklichung entgegenstellen, zu verstehen, muß man sich die Verhältnisse vor Augen halten, die sich hinsichtlich der Ausbeutung des Mossulöls herausgebildet haben. Bekanntlich ist die mit 3 Mill. Pfund kapitalisierte Iraq Petroleum Co. Ltd. London, Konzessionshalterin der wichtigeren bisher bekannten und in Aufschluß begriffenen Oelvorkommen im Irak. An dieser als Turkish Petroleum Co. vor dem Kriege gegründeten Gesellschaft besaß, wie man weiß, die Deutsche Bank einen Minoritätsanteil, der infolge des unglücklichen Kriegsausgangs verloren ging. Die Iraq Petroleum Co. ist gegenwärtig im Besitze Englands, Frankreichs und der USA. und zwar entfallen je 23,75 Prozent auf den französischen Anteil der Compagnie Francaise des Petroles und den amerikanischen der Near East Development Co., während das englische Interesse durch die Anglo-Persian Oil Co. und die Koninklijke-Shell zusammen mit 47,50 Prozent vertreten ist. Der Rest von 5 Prozent des Kapitals ist durch die Participations und Investments Co. Ltd. im Besitz des Armeniers Gublenkian. Außerhalb des Konzessionsbereichs der Iraq Petroleum Co. sind bisher keine größeren Oelvorkommen erschlossen worden. Ihre Erschließung ist in erster Linie bedingt durch die Notwendigkeit der Legung einer Rohrleitung nach dem Mittelländischen Meer in einer Länge von annähernd 1500 km, deren Kosten auf mindestens 10 Mill. LstrL veranschlagt werden. Hinzu kommen die politischen Interessengegensätze bei den beteiligten Gruppen, die den endgültigen Entschluß hinsichtlich der Linienführung sehr erschweren und dadurch die Ausbeutung noch mehr verzögern. Vor zwei Jahren nun ist eine von dem englischen Admiral Lord Wemyss geführte Gruppe, die British Oil Development Co., an die Regierung in Bagdag mit dem Angebot einer Anleihe von 2 Mill. LstrL gegen Hergabe — man weiß nicht, ob einer oder der — Petroleumkonzession herangetreten. Diese Gruppe soll sich auch bereit erklärt haben, auf eigene Kosten die Bahn Bagdad—Haifa bis zur Grenze des Iraks zu bauen. Ueber die Finanzierung^ dieses Projektes ist mit Bankgruppen in Italien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz verhandelt worden. Aber dieses Projekt hängt vorläufig noch 14