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Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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-"'^.,-;'W^i??>$55^^^^>-*'' ■ . : ■ Judenstaat oder Verwirklichung des Sozialismus? ' ' " " "'" v, Im „Haint" (Warschau^ (v;om 8. August versucht R. Bea-Schem (Dr. Feldschuh), im Hinblick auf die Konferenz der Revisionisten in Prag eine grundsätzliche Formulierung dessen zu geben-, was Revisionismus als Träger einer besonderen zionistischen" AuKassung sei. Der Verfasser betont dabei, daß der Revisionismus nur klar formuliert ausspreche und organisatorisch zusammenzufassen sich bemühe, was von einer viel größeren Gruppe — eigentlich sogar der Majorität — in der Bewegung als Anschauung geteilt werde, gegenüber einer zweiten Gruppe, die bereits ihre organisatorische Form gefunden habe. Im Zionismus stünden, ©ich zwei zionistische Weltanschauungen grundverschiedener Natur,:die sich gegenseitig bekämpften und einmal um die, Entscheidung ringen würden, gegenüber. Die eine Gruppe sei die des „Arbeitenden Palästina", die von den Poale Zion, der Hitachdut und einigen Jugendgruppen gebildet würde. Diese Gruppe stehe mit beiden Füßen auf dem Boden des Sozialismus, erkenne nur eine Klasse, die der Arbeiter, an; für diese Gruppe sei das Grundprinzip der Sozialismus, und der Zionismus sei für sie nur das Gebiet der Verwirklichung des Sozialismus. Ihre Weltanschauung beruhe auf der Idee, daß das jüdische Volk eine Sendung zu erfüllen habe und sich opfern müsse, um diese Sendung durchzuführen. Diese Gruppe habe den großen Vorteil, daß sie fest organisiert sei: kraft dieser Organisation übe sie einen starken Druck auf die zionistische Mentalität aus und proklamiere, daß sie die einzige Gruppe sei, die fortschrittlich gesinnt sei, während die anderen Zionisten Reaktionäre seien. Ihr gegenüber stehe die zweite Gruppe* die Gruppe der Jüdenstaatler, für die jede soziale Schicht, die am Aufbau des Judenstaates mitarbeite, gleich wichtig sei. Diese Gruppe gehe von der Anschauung aus, daß das jüdische Volk sich in einer anormalen Lage befinde und das Recht habe, sich ein Heim aufzubauen, selbst wenn es damit die Menschheit nicht glücklich mache. Auch diese Gruppe glaube zwar, daß man den Judenstaat auf der Grundlage der Gerechtigkeit und. des Friedens aufbauen könne; aber für sie sei dies nicht die Voraussetzung, sondern ihr Grundprinzip sei der Aufbau des Judenstaates, der Willem noch in dieser Generation die jüdische Mehrheit in Palästina zu erreichen. Alles, was die Erreichung dieses Zieles beschleunige, sei für sie ' wichtig; alles dagegen, was den Aufbau verzögere oder störe, wie Klassenkampf, Streiks,Aussperrungen und so fort, müßte nach ihrer Anschauung national verboten sein. Diese Gruppe sei leider nicht organisiert. Die ersten, die die Anschauung des Primats der Judenstaatsidee gegenüber der Ideologie der anderen Gruppe aufgestellt hätten, seienMie Revisionisten; aber auch der Misrachi habe die Richti^eit^ieserKifAhschauung bereits anerkannt, und in der letzten Zeit hätten1, ^ucn^üe allgemeinen Zionisten begonnen, diese Auffassung zu ^begreifen. Wenn man die Geschichte des Zionismus im letzten Jahrzehnt betrachte, könne man sehen, daß die Ursache der inneren Schwäche der Zionistischen Organisation die gewesen sei, daß es ihr nicht gelungen sei, das Kräfte- 1

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