Mannheim
Compact Memory

Der jüdische Student · 1930-08-01 · Heft 7-8 (August 1930) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 7-8 (August 1930)
Date
1930-08-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3537599-3537812-3537817--7673-3545719
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

"O .A';-........ ■" ■ ~ / ■ ■ %JP^' Judarabisdie Konföderation ^t?^ yf^v-:^'"-'^'' Von M, Y, B^en-Gavriel^Jerusalem, wird uns geschrieben: Durch Zufall konnte ichjjn den im Juniheft dieser Zeitschrift erschienenen Artikel „Judarabische Kpnföderation" von Justus Schloß Einsicht nehmen, der mich nicht nur in meiner Eigenschaft als politischer Arabienkorrespondent europäischer Blätter;interessierte. Ohne mich in eine Diskussion über den Inhalt der Arbeit weiter einzulassen — die ich, zum so und sovielten Mal, an anderer Stelle, durchzuführen beabsichtige — möchte ich nur meine Befriedigung ausdrücken, daß endlich einmal im zionistischen Lager aus vor-;'nmandenen Tatsachen naheliegende Konklusionen gezogen werden, Die geradezu groteske Hilflosigkeit, Sorglosigkeit, mit der der Zionismus bis zum August 1929 der Existenz eines arabischen Volkes in Palästina gegenüberstand, die aus der Araberfrage überraschend schnell eine Judenfrage machte, alle die Fehler, die nicht allein völliger politischer Desorientierung, sondern gleicherweise dem Dünkel_ Freigelassener, die über den noch Unfreien hinwegsehen, entsprachen, haben das Blickfeld auf das kleine Palästina eingeengt, so daß die großen arabischen Landschaften und die in ihnen sich entwickelnden Bewegungen offiziell nicht zur Kenntnis genommen wurden. Diesen Fehler haben ein paar hundert Menschen in Palästina mit ihrem Leben bezahlen müssen. Es sei aber festgestellt, daß schon während des Krieges und auch später einzelne unablässig darauf aufmerksam machten, daß es Araber in.Palästina gibt und daß dieses Palästina nur ein Teil des großen arabischen Lebensraumes ist. Ich rechne es mir zur Ehre an, daß ich einer von diesen einzelnen war und schon während des Krieges und besonders nach/1918 in hunderten von Aufsätzen und besonders in meinem unter dem Autorennamen Eugen Höflich im Harzverlag in Berlin erschienenen Buch pjie Pforte des Ostens" als erster panasiatischer, pansemitischer Publizist innerhalb des Zionismus auf die nahende Gefahr und auf die unbedingte, -lebensnotwendige Förderung nach einer pansemitischen Föderation hingewiesen habe, Es heißt in diesem Buch ausdrücklich: „ein autonomes jüdisch-arabisches Palästina im unabhängigen arabischen Staatenverband", Der Erfolg dieser erstmalig aufgestellten Forderung war der erwartete: Hohn, Haß und ein paar zustimmende Briefe aus aller Welt. Ich freue mijph, aus Deutschland ein Wort zu hören, das beweist, daß das Werben, einiger pansemitischer Kameraden nicht ungehört verklang. Wenn ich mich auch mit manchem'nicht einverstanden erklären kann, so mit ^Ifr Behauptung, daß die Revisionismen am ehesten berufen gewesen (W^arcn, „die Idee eines jüdischen Palästina* im Rahmen einer großarabischen Föderation zu konzipieren", gebührt dem Aujor des Artikels Dank für seine Worte, * ~ * Dieser kurzen Feststellung möchte ich nur noch hirizufugeh,Ldaß;es sich mir natürlich nicht um ein hundert- oder auch nur neunzigprozentig^jMi«? sches Palästina handeln kann, sondern um eine jüdische-arabis csKfe * Lebensgemeinschaft im palästinensischen Lebensraum, in dem beide Nationen gleichberechtigte Träger des Staatsgedankens und der Staatspflichten zu sein haben. 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.