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Der jüdische Student · 1930-07-01 · Heft 6 (Juli 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 6 (Juli 1930)
Date
1930-07-01
Page
[Seite] (sequence 32)
Language
German
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cm außerordentlich einfacher und klarer Sachverhalt; einer von jenen grundlegenden Tatbeständen, die vielen Juden unmittelbar durch ihre elementare Realität einleuchten. Es war auch vornehmlich der Hinweis auf eben diesen unerschüttert und durch nichts hinwegzudisputierenden Tatbestand: Palästina, der letzten Endes die Jewish Agency auf die Beine gebracht hat. Gerade für den unvoreingenommenen Juden, der nach Palästina kommt, und dort das Land und die Menschen, die an ihm. bauen, sieht, ist das ein tiefes Erlebnis und ein starker Antrieb zur Tat. Es mußte alle jene packen, die noch einen Rest von Liebe für das Judentum in sich trugen. Daß wir infolge der tragischen Ereignisse in Palästina und der politischen Lage in der Folgezeit nicht Zeit und Ruhe fanden, die ungeheuren Werbemöglichkeiten der Jewish Agency in der breiten Masse auszunutzen, ist ein historisches Mißgeschick gewesen. Aber daß hier im Prinzip ein richtiger Weg beschritten wurde: Organisierung von Bundesgenossen, die, durch die zionistische Idee inspiriert, einen bedeutenden Kräftezustrom darstellen können, darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Und daß mit diesem Bündnis die Werbemöglichkeiten für den Zionismus gewachsen sind, auch das dürfte völlig klar sein. Noch an einer anderen Stelle zionistischer Arbeit ist dieser Weg der Werbung für den Zionismus mit dem Mittel des Bündnisses beschritten worden: ich meine die Politik der „Jüdischen Volkspartei", die in den meisten Großgemeinden Deutschlands, zahlreichen mittleren Gemeinden und vor allem auch im Preußischen Landesverband im wesentlichen von einem ganz bestimmten Kreis deutscher Zionisten geleitet wird. Er hat sich mit großer Energie — leider nicht immer unbehindert durch die Leitung des deutschen Zionismus — für die Aufgabe eingesetzt, eine wirklich volkstümliche Propaganda und Politik zu betreiben, in der absolut richtigen Voraussicht, daß man breite Kreise für positiv jüdische Arbeit nur durch eine simple und *klar verständliche Sprache würde gewinnen können; daß dann aber, wenn das geschehen ist, die Gemeinden auch der prädestinierte Boden für zionistische Propaganda seien. Der offizielle Ton der Z. V. f. D. aber war vollständig volksfremd geworden, erfreute sich keiner Popularität und führte daher zur Stagnation der Bewegung. Daß dagegen mit der Besinnung auf die wirklich jüdischen Pflichten in den Gemeinden, und der Wandlung Berlins z. B. in eine Kehillah, ein gar nicht hoch genug zu veranschlagender Schritt auf dem zionistischen Wege getan worden ist, darüber müssen wir uns klar sein. V. Wie aber sieht es indessen in der Z. V. f. D. aus bzw. in ihrer Leitung? Wenn diese auch gewiß nicht mit jenen deutschen Zionisten identifiziert werden darf, die die „Neuorientierung der Politik" fordern, und die dem „Brith Schalom" eng liiert sind oder z. T. wohl auch angehören, so steht sie ihm doch einigermaßen nahe. Dieser Teil befürwortet eine „neue Zielsetzung" für unsere Politik und kämpft' gegen jenen anderen Flügel deutscher Zionisten, die mit der Mehrheit der Weltorganisation die alte Zielsetzung der jüdischen Majorität in Palästina für die richtige hält. Und das am Ende einer fünfzehnjährigen Periode, an dem festzustellen ist, daß die 32

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