Der jüdische Student
- Journal
- Der jüdische Student
- Volume
- 27 (1930)
- Issue
- Heft 6 (Juli 1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Sache. Eine andere Sorge aber drückt uns jetzt alle: was wird aus Palästina? Es ist eine fürchterliche Lage, nichtstuend dabeizustehen und zusehen zu müssen, daß es läuft, ohne daß wir helfen können, und unsere Stadt ist wahrhaftig nicht dazu angetan, ermutigend zu wirken. Falls Du sie nicht kennst, sei Dir zum Schluß versichert, daß sie das übelste Nest auf Gottes weiter Erde ist. * Paläsimareisen für die Akiivilas Bbr. Walter Katschke schreibt: 1. Der Preis einer Palästinafahrt darf 500,— RM. nicht überschreiten. Bei Schiffskosten von 200,— RM. (über Triest hin und zurück) und Eisenbahnkosten von 100,— RM. dürfte also ein dreiwöchiger Aufenthalt in Erez Israel nicht mehr als 200,— RM. kosten. Dies wäre möglich, wenn die Fahrt in Wandervogelart durchgeführt wird. Ebenfalls könnten Aktive in größerer Zahl (da ihre Ansprüche bei einer derartigen Fahrt sehr leicht zu befriedigen sein werden) bei Alten Herren in Erez Israel unterkommen. 2. An Stelle der Benutzung von Automobilen wird man den größten Teil Palästinas durchwandern können. Es kommt hierbei nicht darauf an, daß man ganz Palästina gesehen hat. Schon die gründliche Kenntnis eines Teiles genügt als Ergebnis einer solchen Fahrt. 3. Sowohl der besseren Anschauung als auch der Verbilligung halber wird es möglich gemacht werden können, daß viele Aktive einen Teil ihres Aufenthaltes in Palästina in Kwuzoth als Hilfsarbeiter verbringen. Uns mangelt ein engerer Kontakt mit dem Jischuw auf dem Lande. 4. Das K.J.V. bringt — entweder in Form eines besonderen Fonds oder aus Etatmitteln — einen Betrag von 2000,— bis 3000,— RM. auf, mit dem 10 bis 15 Bundesbrüder Stipendien für eine Reise nach Palästina erhalten. Mit dieser Hilfe wird es auch finanziell schlecht stehenden Bundesbrüdern ermöglicht werden können, sich durch Sparsamkeit eine Reise nach Erez Israel zu leisten. Ich halte diese Stipendien für eine der allerwichtigsten Aufgaben des K.J.V. * Es geht aber auch anders Wir haben einen jungen Bundesbruder, der einen Monatswechsel von 180,— RM. hat. Davon verbraucht er — sage und schreibe — 60,— RM., Zimmer und Frühstück kosten 35,— RM., dreißigmal Mittagstisch in der Mensa kosten monatlich 18,— RM., der Rest von 7,— RM. dient zur Deckung des sonstigen Bedarfs. In seiner Verbindung werden allerhand Geschichten erzählt über die eiserne Energie, mit der er Ueb er schreitungen des selbstgewollten Etats verhindert. So wird erzählt, er habe einmal mit einer jungen Dame einen Spaziergang gemacht und sei bei dieser Bell