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Der jüdische Student · 1930-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 43)
Language
German
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den Berichten der Chargierten auf dem K.T. sieht es in vielen Verbindungsorten so aus, daß nur durch richtige und genügende Ueberweisungen die Arbeit fortgesetzt werden kann. Alle anderen Aufgaben haben ihren Schwerpunkt in den einzelnen Verbindungen. Das Präsidium kann nur durch Anregungen wirken. In dieser Sache aber hängt alles von der Energie des Präsidiums ab. Denn ich habe das Vertrauen zu den Bbr. Bbr., daß sie ihren Studienort weitgehend im Kartellinteresse wählen. Gelingt es aber, diese Voraussetzung zu erfüllen, dann lösen wir die Frage nach „unseren Aufgaben" mit der Beantwortung der Frage: „Wie soll eine Verbindung aussehen'" Ich glaube es ist nötig zu betonen, daß unsere Arbeit innerhalb der Verbindungen bis zu einem gewissen Grade Selbstzweck ist. Wenn es unsere Aufgabe ist, Studenten zu Vollzionisten zu erziehen, wenn selbstverständliche Konsequenz unserer Ziele ist, daß jeder, der nur irgend kann, selbst seinen Zionismus in Palästina verwirklicht, dann wird es klar, daß unsere Verbindungsarbeit — das, was man manchmal verächtlich den „Betrieb*f nennt — auch vom Standpunkt des richtigen Einsatzes unserer Kräfte innerhalb der vielen zionistischen Arbeitsmöglichkeiten, wichtig und ernst ist. Es sollte so sein, daß unsere Aktiven sechs Semester wirklich voll der Verbindung widmen. Deshalb bin ich für Verkürzung der Aktivitätszeit im Sinne des Antrags der Hasmonaea Bln. Sind unsere Menschen dann zionistisch geschult, seelisch mit Zionismus und Palästina verknüpft, menschlich ganz in unserem Kreis verwurzelt (das K.I.V. unsere Heimat in Galuth!), dann werden sie ganz zwangsläufig nach vollendetem Studium sich in die zionistische Arbeit hineinstellen, oder nach Palästina gehen, in jedem der beiden Fälle aber als Alte Herren der nachstürmenden Aktivitas ein Vorbild sein. Um dies zu erreichen, muß unser Verbindungsbetrieb alle Seiten unserer Aktiven erfassen! Zionistische Kurse, allgemeine Kurse, Hebräisch, Sport, Geselligkeit. Ich werde zu den einzelnen Punkten noch etwas sagen. Vorher noch eine Frage, die mir sicher sofort entgegen gehalten wird: wo bleibt zionistische Außenarbeit, das extensive Programm? Man soll micht nicht mißverstehen: es bedarf keiner Diskussion, daß wir wie bisher und noch mehr als bisher (schon als Aktive) unsere zionistischen Pflichten erfüllen (K.H. Schekel, Jugendarbeit). Und nach meinen Erfahrungen ergibt sich innerhalb einer Verbindung, die den obigen Anforderungen entspricht, diese Forderung von selbst, aus den Reihen der Aktiven, ohne Druck der Chargierten. Aber der Erziehungsarbeit, die zu dieser Verwurzelung führen soll, muß das Primat eingeräumt werden. Ich halte das für Politik auf lange Sicht und im Endeffekt für wirksamer. Wir müssen den Mut zu einer gewissen Selbstbeschränkung aufbringen, gerade in Verbindungen mit viel jungen Bbr. Bbr. und Neugekeilten. Nun noch einiges zum Thema: das Leben in der Verbindung. Im Gegensatz zu vielen anderen Bbr. Bbr. habe ich die besten Erfahrungen mit Kursen unter Leitung von Alten Herren gemacht. Das Kriterium für die Uebertragung einer Kursleitung soll nur die sachliche Eignung sein. Wird Wert darauf gelegt, daß die Bbr. Bbr. durch eigene Referate — in Form von Seminaren etwa — zur Mitarbeit gezwungen sind, dann ist ein spurloses Ab- 43

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