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Der jüdische Student · 1930-05-01 · Heft 4-5 (Mai 1930) · p. [Seite]

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Journal
Der jüdische Student
Volume
27 (1930)
Issue
Heft 4-5 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
[Seite] (sequence 36)
Language
German
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nicht beklagen, da man uns bald anmerkte, wie sehr wir mit den Dingen verbunden sind. Für die zukünftigen Fahrten können aber in diesem Punkte wesentliche Verbesserungen getroffen werden, die es hauptsächlich ermöglichen, die Arbeit und das Leben in der Kwuzah anders und besser kennenzulernen. Ueberhaupt und besonders in den Städten zeigten sich alle Menschen und Organisationen in freundlicher Weise bereit, uns bestens zu informieren, Ueberall hörten und horchten wir herum: bei Vertretern aller Parteiungen, bei Arbeitern, Kaufleuten, Lehrern, sonstigen Berufsangehörigen, bei der Histadruth Owdim, bei der Beamtenschaft, In zuvorkommender Weise empfing uns so auch die Stadtverwaltung von Tel Aviv mit ihrem Bürgermeister Dizengoff an der Spitze, Aber soviel wir auch auf solche Art an Sachlichem in uns ansammelten, all dieser Stoff ist nur ein erstes Material, das in späterer Arbeit und auf zukünftigen Reisen verwertet und gesichtet werden muß. Wenn ich zum Schluß noch von unserer engeren Lebensgemeinschaft sprechen darf, so bin auch ich der Meinung, die viele palästinensischen Bundesbrüder teilen, daß es unsere, des Kartells, Aufgabe sein müßte, die Beziehungen zu den K.J.V,ern in Erez von hier aus enger zu knüpfen. Das kann vor allen Dingen durch solche Fahrten erreicht werden, die aber unter größerer Beteiligung, besonders der Aktiven, erfolgen und eine ständige Einrichtung werden müssen. Sehen auch so unsere Bundesbrüder ta Palästina, daß ein entschlossener, zielbewußter Nachwuchs im K.J.V. lebt, dann dürfte die Kartellfreudigkeit erheblich zunehmen, Ueber diesen begrenzten Gewinn hinaus liegt aber der höchste Wert bei den Olim selbst; denn wer zu sehen und zu hören versteht, wird durch Erez Israel und sein Erlebnis nur um so fester in unserer Idee verankert und kann vom Lande, von unserem Lande, nicht mehr loskommen. Dieses Gefühl des Nichtmehrloskommens beherrschte uns auch an dem Abend, als wir von Haifa abfuhren. Wir lehnten an der Reeling und blickten immer wieder und immer inniger auf die so nahe vor uns liegende, lichterhelle, schöne Stadt, die wir fast mit den Händen greifen konnten. Diese Greifnähe schien uns ein Symbol zu sein für die Lebensnähe, die uns mit Erez Israel verbindet. Wir haben in uns aufgenommen und nehmen mit uns einen Teil des Geistes von Erez Israel, jenes Geistes, der sich prägnanter ausdrücken läßt durch das hebräische „Ruach", das sinnenhafte, das spürbare, von dem wir gern ein wenig unseren Bundesbrüdern im ganzen Kartell mitteilen möchten. II, Zur Technik der Fahrt. Von Walter Katschke (Ruder-V,J.St, A.H.), Gestattet mir einige Bemerkungen über die K,J,V,-Palästinareise, die, soweit ich bemerkt habe, auch von den anderen Teilnehmern gedeckt werden. Wir machen diese Ausführungen nicht allein zur Kritik, sondern vor allem, damit diese Erfahrungen bei den künftigen Fahrten berücksichtigt werden können. 36

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